Sommerferien

Kritik am „Sommerpaket“ von Wirtschaftsverbänden

Kritik am „Sommerpaket“ von Wirtschaftsverbänden

Kritik am „Sommerpaket“ von Wirtschaftsverbänden

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Mit dem „Sommerpaket“ soll unter anderem der Tourismus angekurbelt werden. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Der Wirtschaftsverband Dansk Erhverv vermisst eine größere Unterstützung für den Tourismus beim „Sommerpaket“. Danske Rederier ist hingegen zufrieden mit der Prioritätensetzung.

Die Wirtschaftsverbände Dansk Industri und Dansk Erhverv kritisieren das vom Folketing beschlossene „Sommerpaket“ aufgrund eines fehlenden Steuerfreibetrags für den Erlebnistourismus.

„Das vergangene Jahr war katastrophal für die Tourismus- und Erlebnisbranche, die Transportbranche und unsere Exportunternehmen. Das Sommerpaket sichert diesen Branchen deshalb auf keinerlei Art und Weise auf längere Sicht ihre Existenz. Es gibt lediglich hier und jetzt einen notwendigen Schub“, sagt der politische Direktor von Dansk Industri, Emil Fannikke Kiær.

Steuerlicher Freibetrag gefordert

„Wir hätten uns weitere Maßnahmen gewünscht, zum Beispiel einen Steuerfreibetrag für den Erlebnistourismus, mit dem man nachhaltig die Nachfrage ankurbeln könnte“, sagt er.

Dansk Industri hatte im März vorgeschlagen, einen steuerlichen Freibetrag für den Erlebnistourismus einzuführen, der im Prinzip dem Freibetrag für Handwerkerleistungen über 250 Kronen entspricht.

Ein solcher Steuerfreibetrag sollte für zwei Jahre gelten und es ermöglichen, die Steuerschuld durch Restaurant- oder Kinobesuche zu verringern.

Tourismusbranche um 20 Jahre zurückgeworfen

Auch bei Dansk Erhverv ist man skeptisch.

„Die Tourismusbranche ist um 20 Jahre zurückgeworfen worden und benötigt deshalb dringend stimulierende Maßnahmen. Insbesondere in der Hauptstadtregion muss das Aktivitätsniveau angekurbelt werden, denn der Sommer sieht nicht sehr vielversprechend aus, was die Anzahl an Gästen und die zu erzielenden Einnahmen betrifft“, sagt Lars Ramme Nielsen, Chef für Tourismus- und Erlebnisökonomie bei Dansk Erhverv.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir uns ein wenig mehr erhofft hatten, wie beispielsweise einen Steuerfreibetrag auf den Erlebnistourismus. Das ist etwas, dass den betroffenen Unternehmen wirklich helfen kann“, sagt er.

Er lobt das „Sommerpaket“ jedoch für die Initiativen, mit denen mehr Touristen nach Dänemark gelockt werden sollen.

Kritik auch vom Branchenverband Horesta

Auch bei Horesta zeigt man sich wenig beeindruckt vom „Sommerpaket“.

„Wir begrüßen all die Hilfe, die unserem Wirtschaftszweig zugutekommt. Aber es fällt schwer sich vorzustellen, dass das Sommerpaket tatsächlich den Umsatz in einem Geschäftszweig ankurbelt, der momentan extrem unter Druck steht und derzeit darum kämpft, wieder auf die Beine zu kommen“, sagt die politische Direktorin bei Horesta, Kirsten Munch.

Lob vom Verband dänischer Reedereien

Beim Verband Danske Rederier begrüßt Direktorin Anne H. Steffensen die Verteilung der insgesamt 1,65 Milliarden Kronen, die das „Sommerpaket“ umfasst.

„Der Schwerpunkt liegt auf lokalen Initiativen anhand kostenloser Fährüberfahrten, und gleichzeitig wurde ein Schwerpunkt auf den Klima- und Exporteinsatz gelegt, der auch den Redereien zugutekommt“, sagt Anne H. Steffensen.

Das sind die Unterschiede im diesjährigen „Sommerpaket“

Das neue „Sommerpaket“ hat ein in etwa doppelt so hohes Volumen wie das des Vorjahres. Das „Sommerpaket“ 2020 hatte 700 Millionen Kronen gekostet, während für das „Sommerpaket“ in diesem Jahr etwa 1,65 Milliarden Kronen vorgesehen sind.

Im „Sommerpaket“ des vergangenen Jahres war eine Halbierung des Eintrittspreises für Museen enthalten. Dieser Rabatt entfällt in diesem Jahr. Stattdessen gibt es einen Topf über 20 Millionen Kronen, aus dem unter anderem Museen finanzielle Unterstützung erhalten können.

Das „Sommerpaket“ 2020 hatte den Steuerfreibetrag für Mieteinnahmen aus Sommerhäusern von 41.800 Kronen auf 60.000 Kronen erhöht. In der diesjährigen Vereinbarung werden Sommerhäuser hingegen gar nicht erwähnt.

Das „Sommerpaket“ 2021 enthält 19 Maßnahmen, um den dänischen Export zu stärken.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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