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Kommunen: 10. Klassen aus Volksschulen lösen

Kommunen: 10. Klassen aus Volksschulen lösen

Kommunen: 10. Klassen aus Volksschulen lösen

Aarhus/Kopenhagen
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Trotz Besuchs einer 10. Klasse schaffen viele Jugendliche in Dänemark nicht den erfolgreichen Übergang in ein Gymnasium oder eine berufliche Ausbildung. Foto: Anne Bæk / Ritzau-Scanpix

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Der Verband „Kommunernes Landsforening“ schlägt eine Überführung in das System der Jugendausbildung vor: Bisher verpassen zu viele den Übergang ins Berufsleben.

Der Verband der dänischen Kommunen, Kommunernes Landsforening (KL), strebt eine Neuordnung des Übergangs zwischen der Volksschule und des sich anschließenden weiteren Schulgangs oder einer beruflichen Ausbildung an.

Zehntausende ohne Bildungsabschluss

Anlass ist die Erkenntnis, dass aktuell nicht weniger als 45.000 junge Leute unter 25 Jahre in Dänemark nach dem Ende der Volksschule keine weiterführende schulische oder berufliche Ausbildung absolviert haben. Es hat sich gezeigt, dass viele Jugendliche, die eine 10. Klasse an den Volksschulabschluss mit dem Ende der 9. Klasse dranhängen, auch dadurch nicht den Sprung in eine erfolgreiche berufliche Zukunft schaffen. Abhilfe soll eine Reform bringen, die eine Herauslösung der 10. Klasse aus den Volksschulen vorsieht, berichtet der Verband der Kommunen im Vorfeld einer KL-Konferenz zum Thema Kinder und Jugendliche.

Neue 10. Klasse Teil der „Jugendausbildung“

Die neue 10. Klasse sollte in den Betrieb „Jugendausbildung“ überführt werden. Es sollte 10. Klassen sowohl in Regie der Gymnasien geben, um den Einstieg dort zu erleichtern, aber auch 10. Klassen mit dem Fokus auf eine berufliche Bildung. „Viel zu viele, die in den vergangenen Jahren eine 10. Klasse absolviert haben, kommen leider in Sachen Ausbildung nicht weiter“, so Thomas Gyldal Petersen (Sozialdemokraten), Vorsitzender des KL-Ausschusses für Kinder und Unterricht und Bürgermeister der Kommune Herlev.

Weiter 10. Klassen an Nachschulen

Beibehalten werden sollen allerdings die Angebote, eine 10. Klasse an einer Nachschule zu besuchen. Im Bereich des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig bieten einige Schulen 10. Klassen an. Außerdem wird eine 10. Klasse bei der Deutschen Nachschule Tingleff angeboten.

Wir tragen eine große Verantwortung, sowohl menschlich als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht, um den Jugendlichen einen erfolgreichen Start ins Leben zu verschaffen.

Thomas Gyldal Petersen (soz.), Vorsitzender des KL-Ausschusses für Kinder und Unterricht

Neue Konzepte seien erforderlich, weil es seit Jahren nicht gelungen ist, den hohen Anteil der Jugendlichen zu senken, die nach der Schule oftmals direkt ins System der Sozialhilfe rutschen. „Wir tragen eine große Verantwortung, sowohl menschlich als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht, um den Jugendlichen einen erfolgreichen Start ins Leben zu verschaffen“, so Gyldal Petersen. Er stuft das bisherige Konzept als gescheitert an, Jugendliche in eine Ausbildung zu drängen. Wichtiger sei es, auf Grundlage der individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten den jungen Menschen den Übergang ins Erwachsenenalter zu erleichtern.

Das neue Konzept kann nur per gesetzlicher Reformen durch Regierung und Folketing umgesetzt werden. Während Venstre Unterstützung signalisiert, melden SF, die sozialdemokratische Regierungspartei und der Verband der Schulleiter Bedenken an, den Volksschulen die 10. Klassen wegzunehmen.

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