Erneuerbare Energien

SP setzt auf Bürgerwindparks

SP setzt auf Bürgerwindparks

SP setzt auf Bürgerwindparks

Apenrade/Aabenraa
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Die Schleswigsche Partei will die Politik nicht nur in Kopenhagen von Bürgerwindparks überzeugen. Foto: Drew Hays/Unsplash

Nicht nur Energiekonzerne und Einzelpersonen sollen von Windkraftanlagen an Land profitieren, meint die Schleswigsche Partei, sondern die Gemeinschaft, das Dorf vor Ort, und blickt dabei auf das Land südlich der Grenze.

Die Schleswigsche Partei (SP) wirbt für eine Ergänzung einer parlamentarischen Vereinbarung von Ende vergangenen Jahres. Diese Absprache verfolgt das Ziel, dem ins Stocken geratenen Ausbau regenerativer Energien zu neuem Schwung zu verhelfen.

In der Absprache wurden die Rechte vom Hauseigentümern neu festgesetzt, in deren Nähe eine Windkraftanlage errichtet werden soll. Für die Schleswigsche Partei geht die Absprache in die richtige Richtung, sie schlägt aber weitere Maßnahmen vor, um die Bürger vor Ort für die grüne Umstellung zu gewinnen.

Bürgerwindparks für Dänemark

Der Apenrader Kommunalpolitiker Erwin Andresen (SP) richtet seinen Blick auf Schleswig-Holstein und auf die dortigen Bürgerwindparks. Er fasst im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ zusammen: „Die Akzeptanz für Windkraftanlagen schwindet, wenn sie in der eigenen Umgebung errichtet werden sollen. Bürger müssen früh einbezogen werden. Es ist aber nicht nur wichtig, den Einzelnen angemessen zu entschädigen, die Gemeinschaft vor Ort sollte von Windkraftanlagen profitieren.“

Die SP lobt die in der Vereinbarung festgelegten Entschädigungen und weitere Maßnahmen zum Schutz der Nachbarn von Windkraftanlagen. Ihrer Ansicht nach sind jedoch die Beträge zu klein. Zudem würden die neuen Regeln nicht die einzelnen lokalen Gemeinschaften unterstützen. Die „grüne Umstellung“ wird nach Ansicht der Partei besser gelingen, wenn Menschen vor Ort Mitverantwortung an dieser Umstellung tragen und von ihr profitieren.

Andresen: Bisheriges Modell nicht für die Zukunft geeignet

Erwin Andresen nennt als Organisationsform die Genossenschaft und nennt als Beispiel den Bürgerwindpark Medelby in Schleswig-Holstein an der Grenze zu Dänemark. „Dieses Modell gibt es in Dänemark nicht“, so Andresen. Bis jetzt sei es so gewesen, dass Energieversorger in Windkraftanlagen investierten, und die Bürger müssten damit leben. Dies sei aufgrund des Widerstandes gegen den Bau von Windkraftanlagen nicht der richtige Weg. „Dieses Modell hat sich nicht weiterentwickelt“, so Andresen.

Seiner Ansicht nach wird die Umstellung auf regenerative Energie mit der bisherigen Vorgehensweise nicht gelingen. In der Vergangenheit sei ein Teil der Projekte von der Politik nicht genehmigt worden, weil der Widerstand in der Bevölkerung zu groß gewesen sei.

Nun hofft die SP, mit dem Denkanstoß den ihrer Ansicht nach notwendigen Ausbau regenerativer Energien zu befördern.

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