Grenzkontrollen

Grenzstaus: „Seit Jahren wiederholt sich dieses Chaos“

Grenzstaus: „Seit Jahren wiederholt sich dieses Chaos“

Grenzstaus: „Seit Jahren wiederholt sich dieses Chaos“

Berlin/Pattburg
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Bislang bleibt die dänische Regierung fest in ihrem Glauben an Grenzkontrollen. Foto: Karin Riggelsen

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Nachdem Folketingsabgeordnete selbst im Stau an der deutsch-dänischen Grenze standen, hat das Thema Kopenhagen erreicht. In Berlin hat sich nun Stefan Seidler vom SSW zu Thema geäußert und einen Brief an die dänische Botschafterin geschickt, und der dänische Justizminister bekommt ebenfalls Post von der Region Sønderjylland-Schleswig.

Der saisonale Grenzstau ist in Berlin angekommen. Dort fordert Stefan Seidler, Bundestagsabgeordneter des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) einen freien und fließenden Verkehr nach Dänemark.

Seidler schreibt in einer aktuellen Mitteilung zur gegenwärtigen Situation: „Für uns sind die kontrollbedingten Staus an der Grenze nicht nur ein Ärgernis, sondern sie haben für Pendlerinnen und Pendler sowie den Warenverkehr auch wirtschaftliche Folgen.“ Diesen Standpunkt hat er nach eigenen Worten nun auch der dänischen Botschafterin in Berlin, Susanne Hyldelund, in einem Brief mitgeteilt. Aus eigener Erfahrung könne er bestätigen, dass die Kontrollen das Leben der Grenzlandbewohnerinnen und -bewohner schon seit Langem stark beeinträchtigen, so Seidler.

Seit Jahren wiederholt sich dieses Chaos.

Stefan Seidler (SSW), Bundestagsabgeordneter

„In einem freien und geeinten Europa sollten Bilder, wie wir sie gerade entlang der deutsch-dänischen Grenzen in kleinen Orten wie Harrislee sehen, eigentlich der Vergangenheit angehören. Doch seit Jahren wiederholt sich dieses Chaos.“ Seiner Auffassung nach wird es Zeit, dass die deutsche und dänische Seite zu einer dauerhaften und einvernehmlichen Lösung kommen, die nicht nur den Reisenden, sondern auch den Grenzpendlerinnen und-pendler vor Ort helfe.

Region Sønderjylland-Schleswig fordert Lösung

Nicht nur Stefan Seidler hat einen Brief geschrieben. Das hat nach eigener Aussage auch die Region Sønderjylland-Schleswig getan. Sie fordert eine Lösung, da der tägliche Stau an der Grenze unerträglich geworden sei.

Wie die Region Sønderjylland-Schleswig am Freitag mitteilt, hat sie sich mit einem Schreiben an den dänischen Justizminister Mattias Tesfaye (Soz.) gewandt, um auf die starke Belastung der Einwohnerinnen und Einwohner, Grenzpendelnden und Geschäftsreisenden aufmerksam zu machen, die durch die täglichen langen Verkehrsstaus an den Grenzübergängen auftreten.

Walter Behrens, Vorsitzender der Region, sieht die dänische Seite in der Pflicht, den grenzüberschreitenden Verkehr vernünftig abzuwickeln. „Die erforderlichen Ressourcen und ausreichend Personal sind bereitzustellen, wenn man kontrollieren will“, so der Politiker. Die Region Sønderjylland-Schleswig ist nach eigenen Worten seit Beginn der Pandemie bereits mehrfach an die Regierung herangetreten, um einen normalen Grenzverkehr zu ermöglichen.

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