Deutsche Minderheit

Kulturnacht in Kopenhagen: Minderheit war dabei

Sarah Heil Journalistin
Kopenhagen
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Carsten Leth Schmidt, Vorsitzender der Schleswigschen Partei, (li.) hilft mit, Nordschleswig auf Christiansborg sichtbar zu machen. Foto: Ruth Candussi

Die Kulturnacht in Kopenhagen bietet der deutschen Minderheit die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Und das Angebot mit Quiz und „småkager" kam an.

Vergangenen Abend präsentierte sich die deutsche Minderheit bei der Kulturnacht in Kopenhagen. Auf Christiansborg waren der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), die deutsche Nachschule Tingleff und die Schleswigsche Partei vertreten.

Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des BDN, ist mit dem Resultat sehr zufrieden. „Es war mal wieder ein toller Erfolg. Viele Leute waren da, haben mit uns diskutiert und sich an unserem Quiz beteiligt.“

Die Kulturnacht ermöglicht es den Vertretern der Minderheit jedes Jahr aufs Neue, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich nicht darüber im Klaren sind, dass es in Dänemark überhaupt eine deutsche Minderheit gibt. Viele sind von dieser Tatsache immer wieder überrascht. Doch genau dafür eignet sich dieser Abend hervorragend. „Man kommt gut ins Gespräch und kann über die Minderheit reden“, so Jürgensen.

Auch die Nachschule ist mit den Ergebnissen der Kulturnacht sehr zufrieden. „Die Atmosphäre ist immer sehr gemütlich. Es kommen immer mal ein paar Nordschleswiger, die heute in Kopenhagen studieren“, berichtet Thore Naujeck, Koordinator des BDN.

Durch die guten Gespräche, die bei der Kulturnacht entstehen, hat die Nachschule in den vergangenen Jahren bereits den einen oder anderen Schüler dazugewinnen können.

Besuch von DF

Auch Peter Kofod Poulsen fand den Weg zum Stand der deutschen Minderheit. Der Haderslebener Politiker sitzt für die Dänische Volkspartei im Folketing und diskutierte gerne und ausgiebig über Grenzkontrollen und den Wildschweinzaun.

Hinrich Jürgensen liegt das Thema Wildschweinzaun besonders am Herzen. In seinen Augen handelt es sich dabei um reine Symbolpolitik. Jürgensen und Poulsen waren sich lediglich in dem Punkt einig, dass es bei dem Zaun um eine Signalwirkung nach Außen geht. „Aber es ist einfach die falsche Methode“, so Jürgensen „Wir wissen ja, dass die Schweinepest über Menschen verbreitet wird und nicht über die Schweine. Einfach die Mülleimer wegnehmen, so wie es einige Kommunen tun, ist keine Lösung. Denn wo wirft der Mensch dann seinen Müll hin? In die Natur!“ Beim Thema Grenzkontrollen vertritt der Politiker der Dänischen Volkspartei konträre Ansichten. Er sei froh darüber, dass die Kontrollen fortgeführt werden. Jürgensen ist der Ansicht, dass man die Ressourcen besser nutzen könnte.

Auch wenn die beiden an diesem Abend nicht in allen Punkten auf einen Nenner kamen, so ist Jürgensen dennoch froh über die lange und ausführliche Diskussion mit dem Folketing-Abgeordneten.

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