Umwelt und Natur

Zum Auftakt der Bockjagd Spürhundestaffel parat

Zum Auftakt der Bockjagd Spürhundestaffel parat

Zum Auftakt der Bockjagd Spürhundestaffel parat

Apenrade/Aabenraa
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Die Spürhunde werden nicht nur während der Jagd, sondern auch nach Unfällen mit Wild im Straßenverkehr eingesetzt, um verletzte Tiere zu finden und sie von Qualen zu erlösen. vor Foto: Danmarks Jægerforbund

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Die staatliche Naturbehörde und der Jägerverband sind im Einsatz gegen Leiden angeschossener Tiere. IT-Probleme des Waffenregisters der Reichspolizei bereiten den Jagdberechtigten Sorgen.

Die staatliche dänische Naturbehörde „Naturstyrelsen“ und der Jägerverband „Danmarks Jægerforbund“ haben anlässlich der Bockjagd, die am 16. Mai begonnen hat, Vorkehrungen gegen Leiden angeschossener Tiere getroffen.

175 Spürhunde einsatzbereit

Im Mittelpunkt stehen dabei die rund 175 Spürhunde, deren Eigentümerinnen und Eigentümer in einem „Schweiß“-Register verzeichnet sind und benachrichtigt werden können, falls Rehböcke angeschossen worden und verletzt davongelaufen sind. „Selbst die besten Vorbereitungen sind keine Garantie gegen Anschüsse. Für Jäger ist es immer klug, sich auch mental auf eine Situation vorzubereiten, dass eine Bockjagd in guter Stimmung einen solchen Verlauf nimmt“, so Ulrik Lorenzen, Förster der staatlichen Naturbehörde. „Jede Jägerin und jeder Jäger wird zu irgendeinem Zeitpunkt während einer langen Jagdlaufbahn in die Situation kommen, dass ein Tier nur angeschossen wird. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss, wenn man rasch für Abhilfe sorgt und einen Spürhund aus dem ,Schweiß’-Register anfordert, der das Tier finden kann“, so Lorenzen.

Deutsche Jägersprache

Auch in Nordschleswig gibt es zahlreiche Spürhunde im offiziellen Auftrag. Meist sind die Einsatzorte der örtlichen Jägerschaft bestens bekannt. Das dänische Spürhunderegister hat den Titel „Schweiß“ aus der deutschen Jägersprache erhalten.

Auf dem Foto ist ein „Schweiß“-Hund des dänischen Spürhundetrupps zu sehen, der ein Stück Damwild aufgespürt hat. Foto: Danmarks Jægerforbund

Der Ausdruck bezieht sich auf den Begriff Schweiß für das Blut des Wildes, das die Spürhunde wittern. Die „Schweiß“-Hunde werden auch bei der Suche nach verletztem Wild nach Autokarambolagen eingesetzt. Die Naturbehörde koordiniert den Einsatz der Suchhunde, auf deren Homepage naturstyrelsen.dk sind weitere Infos zu finden.

Freiwillige Hilfseinsätze

Die Behörde weist darauf hin, dass es Freiwillige sind, die mit ihren Spürhunden bereitstehen. Sie unterliegen der Schweigepflicht im Zusammenhang mit ihren Einsätzen. Die Naturbehörde fordert alle Jägerinnen und Jäger auf, zur Jagd die Telefonnummern der Spürhundehalter parat zu haben. Bei einem Anschuss sollte der Standort gekennzeichnet und ein Spürhund angefordert werden. Selbst sollten die Jäger und Jägerinnen nicht nach den verletzten Tieren suchen. Die Jagd auf Rehböcke ist in Dänemark vom 16. Mai bis zum 15. Juli erlaubt, außerdem vom 1. Oktober bis zum 31. Januar. Die weiblichen Rehe haben im Frühjahr und Sommer Schonzeit.

Justizminister zum Jagdauftakt eingeladen

Zum Beginn der diesjährigen Bockjagd war Justizminister Mattias Tesfaye (Soz.) bei Ringsted auf Einladung des dänischen Jägerverbandes anwesend. Dabei erläuterte das Vorstandsmitglied des Verbandes, Louise Achton-Lyng, dem Minister die großen Probleme, die die anhaltenden IT-Probleme des Waffenregisters der Reichspolizei den Jägerinnen und Jägern bereite.

Seit Einführung des neuen Registers im Januar könnten viele Waffen nicht genutzt oder verkauft werden. Tesfaye sagte Hilfe zu, indem zusätzliches Personal eingesetzt werde. Es sei ihm aus juristischen Gründen aber unmöglich, Ausnahmeregelungen zu erlassen. In Dänemark werden alljährlich an die 100.000 Stück Rehwild erlegt. Es gibt rund 180.000 Jägerinnen und Jäger im Land. Der Frauenanteil liegt bei unter 10 Prozent.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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