Arbeitsmarkt

So viele Job-Angebote gab es in Dänemark noch nie

So viele Job-Angebote gab es in Dänemark noch nie

So viele Job-Angebote gab es in Dänemark noch nie

Apenrade/Kopenhagen
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Die Testzentren im Lande sorgen für einen Boom am Arbeitsmarkt – doch auch ohne die vorübergehenden Jobs gibt es reichlich Angebote (Archivfoto). Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

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Corona sorgt für viel Arbeit in den Testzentren. Aber auch in anderen Bereichen wird dringend Personal gesucht.

Im November sind in Dänemark 35.537 neue Stellenanzeigen gemeldet worden. Das ist, Saison-korrigiert, der höchste jemals von der Behörde für Arbeitsmarkt und Rekrutierung gemessene Wert.

Die Arbejdernes Landsbank hat die Rohdaten der Behörde saisonal bereinigt, – also mit einberechnet, dass Nachfrage und Angebot sich je nach Jahreszeit verändern – und kommt zu dem Schluss, dass auf dem dänischen Arbeitsmarkt gerade „voll aufgedreht wird und die Nachfrage in mehreren Branchen gerade enorm groß“ sei, so der Chefökonom der Bank, Jeppe Juul Borre.

Testeinsatz sorgt für Jobboom

Ein Grund ist der massiv intensivierte Testeinsatz in Sachen Covid-19. Im Gesundheitssektor hat es noch nie so viele Stellenanzeigen wie derzeit gegeben.

Doch auch in anderen Branchen herrscht Nachfrage. Ende November waren, inklusive der eingangs genannten neuen Stellen, rund 63.000 reguläre Jobs in Dänemark annonciert. Auch das ist, Saison-korrigiert, Rekord.

Viele der Stellen werden in absehbarer Zeit wieder verschwinden – wenn der Testeinsatz wieder zurückgedreht wird. Doch auch die Industrie, das Baugewerbe und der Transportsektor suchen derzeit nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Arbeitslosigkeit niedrigste seit 2008

Nicht nur das Jobangebot ist derzeit so groß wie nie – auch die Arbeitslosigkeit ist äußerst niedrig. Rund 80.000 Menschen mehr als vor Corona haben heute einen Job in Dänemark und die Arbeitslosigkeit beträgt nur 3,1 Prozent.

Das ist der niedrigste Wert seit 2008, der Zeit unmittelbar vor der Finanzkrise, die den dänischen Arbeitsmarkt hart getroffen hat.

Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch niedriger ist, liegt daran, dass heute deutlich mehr arbeitsfähig („aktiv“) gemeldet sind als damals. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Dänemark können heute erst später in Rente gehen als damals und es sind Menschen zugewandert, um ihre Arbeitskraft in Dänemark anzubieten.

Geht es nach der Wirtschaft, könnte es davon ruhig noch mehr geben, denn der Arbeitskräftemangel hat sich verschärft. Die jüngsten Zahlen des dänischen Statistischen Amtes zeigen, dass vier von zehn Unternehmen einen Arbeitskräftemangel melden, und dies gilt für das Baugewerbe, den Dienstleistungssektor und die Industrieunternehmen.

„Angesichts der jüngsten Zahlen über offene Stellen gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Arbeitskräftemangel in nächster Zeit nachlässt“, so Jeppe Juul Borre.

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