Königshaus

Royale Berichterstattung: „Königin mit großer Ausstrahlung“

Royale Berichterstattung: „Königin mit großer Ausstrahlung“

Royale Berichterstattung: „Königin mit großer Ausstrahlung“

Nordschleswig
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Königin Margrethe am Dienstag bei der Ankunft in Flensburg Foto: Axel Heimken / Ritzau Scanpix

Die Bild- und Videoagentur Dana Press aus Vejle beliefert Medien in ganz Europa mit Geschichten aus den nordischen Königshäusern. Im Interview spricht Susanne Beintl aus der Chefredaktion über den aktuellen Besuch von Königin Margrethe II in Schleswig-Holstein.

Wie groß ist das Interesse am Besuch der Königin in Deutschland? Ein Thema, das zieht?

„Das kommt an, definitiv. Das können wir am Interesse der Tageszeitungen sehen, sowohl in Print als auch Online. Es wird im Radio darüber berichtet und im Fernsehen. Alleine, was die Kollegen vom NDR daraus machen, spricht für sich. Im Süden Deutschlands hat Königin Margrethe allerdings Konkurrenz: Schwedens Königin Silvia ist dort gerade unterwegs … Wir haben noch keine genauen Ergebnisse über die Anzahl der Berichterstattungen, aber wir können schon jetzt sagen, dass beide Königinnen auf großes Interesse stoßen.“

Wie viele eurer Mitarbeiter sind derzeit beim Besuch der Königin Schleswig-Holstein dabei?

„Das sind zwei bis drei, hinzu kommen freie Fotografen, mit denen wir zusammenarbeiten.“

Welche Themen spielen bei Königin Margrethes Besuch eine Hauptrolle?

„Wir erzählen das natürlich für den deutschsprachigen Raum und berichten über das Verhältnis der Königin zu Deutschland. Denn das ist ein Punkt, den viele Deutsche an Königin Margrethe so schätzen.

Viele Deutsche haben großen Respekt vor der Königin, sehen sie als große, als starke Königin mit großer Ausstrahlung. Das wurde umso bewusster, als die Königin ihre Rede in Flensburg in brillantem Deutsch gehalten hat. Sowas fällt auf und bleibt in Erinnerung.

Es war unglaublich interessant, der Königin zuzuhören, was für eine gute Formulierung sie für den Zusammenhalt zwischen Deutschland und Dänemark gefunden hat. Dass die heutige Grenze durch eine demokratische Entscheidung gezogen wurde und man dabei verstanden hat, dass sich die deutsche Minderheit in Dänemark und die dänische Minderheit in Deutschland entfalten konnten.

Auch in ihrer Neujahrsansprache 2018/19 hatte sie erwähnt, wie beispielhaft das Grenzgebiet ist. Das ist ein roter Faden, dem sie folgt. Das ist etwas, was in Deutschland auffällt. Dass sie 2016 die Schlosskirche zu Wittenberg mit dem damaligen Bundespräsident Joachim Gauck wiedereröffnete, und der Kirche ein Altartuch vermacht hat, war ja ein Ereignis von historischer Dimension und unvergessen.“

Passend zum barocken Schloss: Blumenmädchen in barocken Kleidern empfangen die Königin am Portal von Gottorf. Lone und Janne sind die Töchter des kaufmännischen Direktors Guido Wendt. Foto: Marcus Dewanger/SHZ

Wie präsentiert sich Königin Margrethe bei ihrem aktuellen Besuch?

„Man kann ganz einfach sagen: so, wie man sie kennt. Und dafür wird sie ja geschätzt. Ich denke, sie war sehr überwältigt von den vielen, vielen Leuten, die ihr beispielsweise in Flensburg bei ihrer Ankunft zugejubelt haben, obwohl das Wetter ja nun wirklich alles andere als angenehm war. Da sind ihr die Herzen ja nur so zugeflogen. Ich denke, für sie ist es eine sehr schöne Reise. All der Zuspruch von der dänischen Minderheit aber auch von deutscher Seite, der wird bei ihr hängenbleiben. Und man weiß, dass die Königin ein unglaublich gutes Gedächtnis hat.“

Warum haben die Deutschen so ein großes Interesse an dem dänischen und generell den nordischen Königshäusern?

Die nordischen Königshäuser verstehen es, sich aus politischen Angelegenheiten herauszuhalten, aber dennoch etwas zu sagen zu haben. Sie sind repräsentativ und tragen mit dazu bei, dass man von außen nach Dänemark (sowie Schweden oder Norwegen) blickt. Durch sie werden die Länder beachtet, man lernt viel über sie und durch sein Königshaus wird daher auch Dänemark immer wieder neu auf die Landkarte gesetzt und mit Aufmerksamkeit bedacht.“

Wünschen sich die Deutschen insgeheim auch ein Königshaus?

„Ich denke nicht. Man muss berücksichtigen, wie sich Deutschland geschichtlich entwickelt hat. Und der letzte Kaiser hat sich ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nein, das ist geschichtlich nicht gewachsen, da müsste man zurück zu den Herzogtümern. Das bedeutet aber nicht, dass es in Deutschland nicht viele royale Fans gibt, denn die gibt es ohne Frage.“

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