Dürrefolgen

Kartoffeln werden teurer – Pommes kürzer

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Nordschleswig
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Foto: Morten Rasmussen/Ritzau-Scanpix

Der trockene Sommer hinterlässt seine Spuren: Deutlich weniger und kleinere Kartoffeln wurden geerntet. Das sorgt für Veränderungen im Geldbeutel und auf dem Teller.

Teure Kartoffeln, kürzere Pommes – die Dürre des Sommers macht sich im Geldbeutel und im Mund der Kartoffelliebhaber bemerkbar. Birgitte Andersen ist Pflanzenzuchtberaterin bei Sagro. Und kann bestätigen: Für den Genuss von Kartoffeln müssen die Verbraucher in dieser Saison tiefer in die Tasche greifen. Zudem sind große und gut gewachsene Knollen Mangelware.

„Als ich hörte, dass die Pommes in diesem Jahr kürzer werden, weil die Kartoffeln knapp sind, dachte ich zunächst, dass es sich um einen Scherz handelt. Aber unsere Nachfrage bei einem Großunternehmen, das Pommes herstellt, hat uns bestätigt: Die Pommes fallen in diesem Jahr kürzer aus.“

Lene Rasmussen ist Geschäftsführerin von Flensted, ein Großunternehmen in der Kartoffelverarbeitung. „Die Preise für Kartoffelwaren sind gestiegen“, sagt sie. „Und dass es zu weiteren Preissteigerungen kommt, steht für mich außer Frage.“ Ob Kroketten, gekochte Kartoffeln oder Pommes – ihr Unternehmen bekommt die maue Ernte als Abnehmer direkt zu spüren. „Zum einen gibt es generell weniger Kartoffeln, zum anderen ist die Qualität schlechter. Beides deshalb, weil die Früchte im Sommer zu wenig Wasser abbekommen haben.“

Keine billigen Kartoffeln aus Deutschland

Das Unternehmen kann in diesem Jahr kaum auf billige Kartoffeln aus Deutschland zurückgreifen, was man sonst tut. „Aber in Deutschland sind Kartoffeln in diesem Jahr extrem teuer“, stellt Andersen fest. Andersherum hat der deutsche Markt derzeit großes Interesse an Kartoffeln aus Dänemark. So beobachtet Anbaukonsulentin Birgitte Andersen, dass einige Speisekartoffelsorten auf dem deutschen Markt um 150 Prozent im Preis gestiegen sind. „Das ist total verrückt.“ Und in Dänemark? Da fallen die Preissteigerungen wegen der vielen Festverträge zwischen Grossisten und Supermärkten geringer aus, erklärt Lars Bødker, Anbauberater bei Seges.

„In Deutschland sind viele freie Kartoffelanbieter auf dem Markt, in Dänemark gibt es eher feste Preisabsprachen. Daher werden Preissteigerungen bei uns geringer ausfallen. Zudem ist es auch immer eine Frage, inwieweit die Supermärkte die höheren Einkaufspreise an die Kunden weitergeben.“

Dass der Kartoffelmarkt bis Weihnachten leer gegessen sein wird, glaubt aber niemand so wirklich. „Es wird teurer, ja. Aber die Verbraucher müssen sich an Weihnachten bestimmt keine Pasta machen, weil die Kartoffeln weg sind“, so Pflanzenberaterin Andersen.

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