Achtung vor Erpressern

Abzocke mit Video-Drohung

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Es sind wieder verstärkt Erpresser-Mails im Umlauf. Foto: dpa

„Geld her oder du wirst bloßgestellt": Die Polizei für Süddänemark und Nordschleswig warnt davor, auf E-Mails zu reagieren, bei denen man mit angeblichen Intim-Videos erpresst wird.

„Überweise Geld oder wir stellen ein Video mit intimen Aufnahmen von dir online“ – mit dieser Aufforderung sehen sich seit rund zwei Wochen offenbar mehrere Bürger im Landesteil konfrontiert. „Wir haben die Meldung von rund einer handvoll Personen erhalten, die so ein Schreiben per E-Mail bekommen haben“, sagt Wachleiter Jens-Peter Rudbeck von der Polizei für Süddänemark und Nordschleswig. „Wir gehen daher davon aus, dass noch weitaus mehr Bürger eine solche Mail erhalten haben und das Geld auch bezahlen. Wir können nur davon abraten: Tut es nicht“, so der Polizist.

Die Betrüger drohen damit, im Besitz eines intimen Videos zu sein, das man an Freunde und Familie der angeblich gefilmten Person versenden wird, wenn der geforderte Betrag nicht gezahlt wird. „Es erinnert an die sogenannten Nigeria-Briefe, die damals im Umlauf waren. Auch jetzt vermuten wir, dass die Betrüger im Ausland sitzen und wahllos E-Mails verschicken. Und manche Bürger haben Angst, dass es stimmt, und bezahlen. Wir bitten, diese Mails zu ignorieren und sie bei uns zu melden, so erhalten wir einen besseren Überblick darüber, wie aktiv die Betrüger sind uns wie viele betroffen sind“, so Rubeck. „Auf keinen Fall sollte man bezahlen.“

Der Begriff Nigeria Connection wird von der Polizei seit vielen Jahren als Synonym für Betrügereien genutzt. Seit 1988 werden weltweit Briefe – zuerst als Fax, seit Mitte der 90er Jahre vermehrt als Email – verschickt, in denen den Empfängern große Summen fordern, oder unter falschen Tatsachenbeständen versprochen werden. „Man sollte wirklich nie Geld senden. Man wirft es einfach nur diesen Betrügern hinterher“, so der Rat des Polizisten.

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