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Grenzbeamte: Kontrollen sinnlos, Vergeudung von Ressourcen

Grenzbeamte: Kontrollen sinnlos, Vergeudung von Ressourcen

Grenzbeamte: Kontrollen sinnlos, Vergeudung von Ressourcen

jv/hm
Pattburg/Nordschleswig
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Grenzübergang Krusau: Wieder einmal staut sich der Verkehr. Foto: Karin Riggelsen

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„Avisen Danmark“ und „JydskeVestkysten“ haben mit drei Grenzbeamten gesprochen. Die sind von den Grenzkontrollen in der jetzigen Form nicht überzeugt. Ein aufschlussreicher Einblick.

Drei Grenzbeamte, mit denen die beiden Medien „Avisen Danmark“ und „JydskeVestkysten“ gesprochen haben, sind der Ansicht, dass die Grenzkontrollen das Gefühl einer falschen Sicherheit erzeugen. Die Kontrollen haben den Beamten nach so gut wie keinen Effekt. Zudem sprechen sie von schlechten Arbeitsbedingungen. Die Medien sicherten den Beamten Anonymität zu.

Die Grenzkontrollen wurden 2016 eingeführt und seitdem immer wieder verlängert – jüngst im Mai 2022, mit der Begründung, so „JydskeVestkysten“, das Zentrum für Terroranalyse schätze die Lage weiterhin als ernst ein.

Wenn, dann richtig

Einer der Beamten, der längere Zeit am Grenzübergang in Pattburg (Padborg) tätig war, ist beim Thema Sicherheit der Ansicht, dass diese nur dann erhöht werde, wenn Grenzkontrollen „richtig“ durchgeführt würden, was allerdings sehr viel mehr Ressourcen erfordere.

Viele Grenzübergänge seien nicht Tag und Nacht besetzt, Kriminelle könnten leicht Kontrollen umgehen. Während seiner Dienste an der Grenze gebe es viel Leerlauf, er wäre viel lieber draußen auf Patrouille, um die richtigen Kriminellen zu fangen, gibt der Beamte an, der eine politische Einflussnahme ausmacht.

Quantität gehe vor Qualität. In den Einsatzbesprechungen werde gesagt, die Zahl der Kontrollen müsse erhöht werden. Es ergebe aber keinen Sinn, „Hr. und Fr. Danmark“ zu kontrollieren. Sei man einige Zeit dabei, bekomme man ein Gespür dafür, wer kontrolliert werden sollte.

Sinnlose Kontrollen

Ein zweiter Grenzbeamter, der bislang am Wochenende kontrollierte, nennt die Grenzkontrollen sinnlos, sie würden die Polizei nur belasten. Auch er bestreitet, dass die Kontrollen die Sicherheit des Landes erhöhen und führt an, dass durch sie bislang kein Terrorist festgenommen wurde. Allerdings würden ab und an Drogen gefunden, diese würde man aber auch bei Stichproben finden.

„Die meisten, mit denen ich gesprochen habe, haben die Hoffnung, dass die bisherigen Grenzkontrollen eingestellt werden, weil so viele Ressourcen vergeudet werden“, zitiert „JydskeVestkysten“ den Beamten.

Der dritte Grenzbeamte, der ebenfalls in Pattburg seinen Dienst leistete, ist der Meinung, dass Personaleinsatz und Erfolg nicht im Verhältnis stehen.

Weniger Polizei im Kreis

Wie die beiden Medien berichten, werden in einem Monat Beamte der Polizei für Südjütland und Nordschleswig nach Pattburg entsandt, einige andere kommen direkt von der Polizeischule. Keiner hat sich nach Darstellung von „Avisen Danmark“ und „JydskeVestkysten“ freiwillig gemeldet. Als Konsequenz, so die Medien, würden weniger Polizistinnen und Polizisten im Polizeikreis ihren Dienst verrichten.

Kriminalitätsprävention bei jungen Menschen sei derzeit auf „Standby“, meint letztgenannter Beamter, Ermittlungen bei Einbruch und Körperverletzungen rückten nach hinten.

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