Tierwelt

Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch gen Norden

Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch gen Norden

Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch gen Norden

Apenrade/Aabenraa
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Der Eichenprozessionsspinner wandert weiter gen Norden. Foto: dpa

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich immer weiter aus. Norddeutschland ist bereits betroffen und auch Dänemark bereitet sich vor. Abstandhalten für Touristen ist angesagt. Wir listen auf, wie du auf dich aufpassen kannst.

Eine kleine Raupe bahnt sich ihren Weg in den Norden. Nein, es ist nicht die Raupe Nimmersatt, sondern die Raupe der Schmetterlingsart Eichenprozessionsspinner. In Deutschland hat sich die Art extrem schnell verbreitet – dem wärmeren Sommerwetter sei Dank. Ursprünglich stammt die Schmetterlingsart aus Südeuropa, denn in trockenen und warmen Regionen fühlt sie sich Zuhause.

In Dänemark sind bislang keine Eichenprozessionsspinner gesichtet worden, doch bis das so weit ist, sei es allerdings nur eine Frage der Zeit, das bestätigt Iben Margrete Thomsen, Seniorratgeberin am Institut für Geowissenschaften und Naturmanagement der Universität Kopenhagen gegenüber Danmarks Radio:

„Die Erwartung ist, dass sie auch irgendwann nach Dänemark kommen. Aber ob das in fünf, zehn oder in einem Jahr der Fall sein wird, das wissen wir nicht.“ Auf der Südseite von Lolland-Fallster seien allerdings schon Männchen gefangen worden.

Brennhaare als Auslöser für allergische Reaktionen

Jetzt in den Ferien machen sich viele dänische Urlauber auf den Weg gen Süden – und kommen damit gegebenenfalls in betroffene Gebiete. Doch was ist so schlimm an den Raupen?

Es sind die kleinen giftigen Haare („Brennhaare“) der Raupen, die den Menschen und Tieren bei Kontakt das Leben schwer machen, wie Trine Sørensen, Leiterin der Naturschule Skovlyst in Apenrade/Abenraa, erklärt: „Man kann beim Nahkontakt mit den Haaren der Larven Ausschlag und Juckreiz bekommen und im schlimmsten Fall werden allergische Reaktionen hervorgerufen.“

Wichtig: Raupen und befallene Bäume meiden

Das würde sie allerdings nicht davon abhalten, als Touristin nach Deutschland zu reisen. Es sei jedoch wichtig, die kleinen Raupen und befallene Bäume zu meiden. „Als Tourist sollte man sie nicht anfassen, wenn man in ihre Nähe kommt“, rät sie auf Anfrage des „Nordschleswigers“. Die Haare können auch durch den Wind fortgetragen und verteilt werden.

Giftige Larven sind in Dänemark übrigens schon länger bekannt: „Auf der Insel Bornholm gibt es bereits ähnliche giftige Larven, die Kiefernprozessionsspinner genannt werden“, sagt Iben Margrete Thomsen zu Danmarks Radio.

Weitere Informationen zum Thema: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/wald/130506-nabu-hintergr…

Empfehlungen der dänischen Umweltbehörde:

  • Kontakt mit den Larven vermeiden – auch die Haare der toten Larven können weiterhin giftig sein
  • Bei sehr nahem Heranwagen: Atmung vermeiden
  • Bei Kontakt mit einer Larve: Kleidung ausziehen und Körper und Kleidung waschen
  • Bei Problemen mit der Atmung sollte ein Arzt aufgesucht werden
  • Bei Schmerzen und Juckreiz auf der Haut können Schmerzmittel Linderung verschaffen
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