Interreg

370 Millionen Kronen in deutsch-dänische Projekte investiert – jetzt sollen die Bürger das auch mitkriegen

370 Millionen Kronen in deutsch-dänische Projekte investiert – jetzt sollen die Bürger das auch mitkriegen

370 Millionen Kronen in deutsch-dänische Projekte investiert – jetzt sollen die Bürger das auch mitkriegen

Apenrade/Vejle
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Carsten Leth Schmidt
Carsten Leth Schmidt Foto: Karin Riggelsen

Das EU-Programm Interreg Deutschland-Danmark („Interreg 5a“) hat seit Programmstart 2014 insgesamt 35 Projekte genehmigt, um im deutsch-dänischen Raum Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen. Doch geredet wird darüber kaum. SP-Chef Carsten Leth Schmidt freut sich deshalb auf mehr bürgernahe Zusammenarbeit.

In Vejle ist der deutsch-dänische Interreg-Ausschuss zusammengekommen, um nach der Hälfte der Laufzeit des aktuellen Programmes Bilanz zu ziehen und den Kurs für die kommenden Jahre festzulegen. Es wurden bereits 60 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden 90 Millionen Euro (670 Millionen Kronen) in grenzüberschreitende Projekte investiert. Daran sind laut Pressemitteilung mehr als 557 Akteure beteiligt, hierunter 111 Unternehmen.

„Die deutsch-dänische Zusammenarbeit ist für mich eine Herzensangelegenheit. Es sollte selbstverständlich sein, dass Nachbarländer zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen für gemeinsame Herausforderungen zu finden“, sagte Hans Philip Tietje (Venstre), scheidender Vorsitzender des Interreg-Ausschusses.

„Leichter gesagt, als getan. Genau aus diesem Grund brauchen wir EU-Programme, wie Interreg Deutschland-Danmark. Ich bin beeindruckt, dass wir es in relativ kurzer Zeit geschafft haben, viele Projekte zu genehmigen, die sich wichtiger Problemstellungen annehmen und Menschen auf beiden Seiten der Grenze zusammenbringen“ so Tietje weiter.

Carsten Leth Schmidt: In die breite Masse

Aus Hadersleben war unter anderem der stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses im Stadtrat, Carsten Leth Schmidt, in Vejle mit dabei. Der Vorsitzende der Schleswigschen Partei (SP) zeigte sich im Anschluss an das Treffen begeistert über das Potenzial der Zusammenarbeit. Es sei „fantastisch“, wie deutlich werde, wie viel bessere Ergebnisse durch die Zusammenarbeit über die Grenze möglich seien und was für eine „wichtige Ressource“ diese Zusammenarbeit sei.

„Man hat ja gar keine Vorstellung davon, wie groß das grenzüberschreitende Potenzial zum Beispiel auf dem Gebiet des Tourismus ist“, so Leth Schmidt, der in diesem Zusammenhang besonders das Projekt REACT (Webseite) hervorhob, das die Tourismus-Zusammenarbeit von Fünen entlang der Ostküste bis zur Lübecker Bucht stärken soll.

Das deutsch-dänische Interreg-Projekt 5a, sagt Leth Schmidt, sei das Vorzeigeprojekt in Europa schlechthin, auch was Bürgernähe angehe. „Aber wir alle wissen, dass immer noch nicht sehr viele in der Bevölkerung darüber Bescheid wissen. Deshalb müssen wir in die breite Masse“, sagt er. Über bessere Fahrradwege bis hin zur Knochenmark-Biobank habe Interreg viele greifbare Erfolge vorzuweisen, die noch deutlicher vermittelt werden müssten.

Zwei Initiativen dazu sind bereits angelaufen. Einerseits die erneuerte Internetseite Interreg5a.eu mit unter anderem Erklär-Videos, und zweitens wird derzeit an einem Info-Bus gearbeitet, der durch die Region fahren und die Bürger informieren und engagieren soll.


Jobs für die Westküste sollen grenzüberschreitend gedacht werden

Der Ausschuss in Vejle behandelte auch das Interreg-Projekt Nummer 36, welches unter dem Namen Fit4Jobs mit knapp 1,2 Mio. Euro Zuschuss genehmigt wurde. „Jedes einzelne Projekt trägt auf seine Weise dazu bei, unsere Region weiterzuentwickeln. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir uns im Programm Interreg Deutschland-Danmark auch darauf konzentrieren können, die Randgebiete der Programmregion zu stärken. Es ist wichtig, dass wir sowohl geografisch als auch thematisch breit aufgestellt sind. Denn nur so können wir gemeinsam einer starken Zukunft entgegengehen“, sagte Bøje Winther (Venstre), scheidender Vorsitzender des Interreg-Ausschusses aus der Region Seeland.

Fit4Jobs soll die geografischen Randgebiete in der Programmregion stärken, in den Bereichen Infrastruktur, Arbeitsmarkt und Ausbildung, Fort- und Weiterbildung. Außerdem sollen Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden. Besonderer Fokus liegt auf dem Fachkräftemangel. Insgesamt sollen 45 deutsche und dänische Partner, hierunter der Kreis Nordfriesland und die Kommune Tondern, daran arbeiten, unter anderem den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt sichtbarer zu machen.

„Mit Fit4Jobs haben wir nun auch ein ambitioniertes Projekt, das den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt stärken möchte. Es ist sehr erfreulich, dass damit ein weiteres wichtiges Thema des Programms in den Fokus genommen wird. Durch die große Partnerschaft erwarten wir ein voneinander Lernen mit Strahlkraft auf die gesamte Förderregion“, betonte Peter Sönnichsen (CDU), Kreispräsident des Kreises Plön und deutscher Vorsitzender.

„Erfolgreiche Zusammenarbeit“ auch aus Flensburger Sicht

„Die zahlreichen positiven Ergebnisse sowohl der Programm- als auch der Projektevaluationen haben gezeigt, wie erfolgreich wir als gemeinsame deutsch-dänische Region zusammenarbeiten. Darauf bin ich stolz und bedanke mich bei allen Beteiligten. Um dieses große Potenzial weiterhin auszuschöpfen, wollen wir den Abbau der administrativen Hürden für die Projekte weiter vorantreiben. Denn damit stehen auch in Zukunft die Inhalte im Mittelpunkt!“, so Simone Lange (SPD), Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg und stellvertretende deutsche Vorsitzende des Interreg-Ausschusses.

Noch bis 2020 wird das Programm Projekte auf den Weg bringen, die einen Mehrwert für die Region, deren Bevölkerung und die ansässigen Unternehmen leisten sollen. Kommende Antragsfristen sind der 19. Februar 2018 und der 22. Juni 2018.

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