Gesundheitswesen

Flensburg: Unsere Tür steht für Krebspatienten aus Nordschleswig offen

Flensburg: Unsere Tür steht für Krebspatienten aus Nordschleswig offen

Flensburg: Unsere Tür steht für Krebspatienten aus Nordschleswig offen

Flensburg
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Ein modernes Bestrahlungsgerät (Archivbild). Foto: dpa

Im Zuge des Wahlkampfes scheint sich im süddänischen Regionsrat ein Sinneswandel zu vollziehen – das Flensburger St. Franziskus-Hospital steht weiter zu seinem Rabatt-Angebot für dänische Patienten.

Krebspatienten aus Nordschleswig sind im Flensburger St. Franziskus-Hospital herzlich willkommen. Das Hospital würde die Kooperation mit der Region Süddänemark sofort wieder aufnehmen, wenn Vejle das wünschen sollte. Das erklärt der Geschäftsführer des Flensburger Malteser Krankenhauses, Klaus Deitmaring, auf Anfrage des Nordschleswigers.

„Das wäre für die Patienten gut, wenn sie die Wahl bekämen zwischen ferneren Behandlungsorten und dem nahen Flensburg. Wir stehen zu unserem Wort und dem damals angebotenen rabattierten Preis, wenn wir die Sicherheit bekämen, dass eine angemessene Zahl von Patienten zu uns käme“, sagt Deitmaring.

Unter „angemessen“ versteht er 200 bis 250 Patienten pro Jahr – gerne mehr, weil die Behandlung pro Patient dann für die Region Süddänemark günstiger wäre.

„Unsere Tür steht offen“

Seitdem der Regionskandidat der Schleswigschen Partei (SP) Oberarzt Dirk Sina vor einer Woche vorschlug, aus Rücksicht auf die Patienten die Behandlung grenznaher Krebspatienten in Flensburg wieder aufzunehmen, scheint die politische Landschaft sich in diesen Wahlkampfzeiten dahingehend zu ändern, dass es aktuell eine Mehrheit im noch amtierenden Regionsrat für eine Wiederaufnahme der grenzüberschreitenden Behandlung geben würde. Die war seit Ende der 90er Jahre das Aushängeschild der deutsch-dänischen Zusammenarbeit und wurde Anfang dieses Jahres seitens der Region Süddänemark gestoppt.

„In Vejle liegt unser Angebot ja noch vor. Unsere Tür steht offen. Besonders auch für frühere Patienten, die wieder von Krebs betroffen werden, wäre es wichtig, im gewohnten Umfeld behandelt zu werden. Außerdem ist gerade für Krebspatienten ein Tag im Auto wenig förderlich. Sie brauchen vor allem Ruhe und die Nähe zu ihrer alltäglichen Umgebung – zur Familie“, sagt Deitmaring.

„Das ist auch eine Frage der Lebensqualität“

„Das ist auch eine Frage der Lebensqualität. Als wir die Kooperation – zu Zeiten von Amtsbürgermeister Kresten Philipsen und Amtsgesundheitsdirektor Karsten Hundborg – eingingen, geschah dies gerade aus Rücksicht auf die vielen Stunden, die Patienten beispielsweise in Sammeltransporten verbringen müssen. Da müssen die Patienten erst eingesammelt werden, und alle müssen warten, bis der oder die letzte behandelt ist, bevor es wieder nach Hause gehen kann“, so der Geschäftstführer des St.-Franziskus-Krankenhauses.

Im Nordschleswiger hatte sich kürzlich der nordschleswigsche Sozialdemokrat Jørn Lehmann Petersen dafür ausgesprochen, eine Wiederaufnahme der Krebsbehandlung in Flensburg zu erwägen. Das hat seinen Regionsratskollegen von Venstre, Hans Philip Tietje, dazu gebracht, festzustellen: „Wir wollen gerne die Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich ausbauen – auch wenn es in Bezug auf die Gegenseitigkeit etwas hapert. Ich erwarte dann, dass Jørn Lehmann Petersen seine Fraktionskollegen überzeugen kann, sodass wir das Angebot wieder einführen können.“

Der Chef der Sozialdemokraten im Regionsrat, Poul-Erik Svendsen, der auch Vorsitzender des Gesundheitsausschusses ist, will sich auf Anfrage des Nordschleswigers einer erneuten Erörterung nicht in den Weg stellen. Dies könne aber frühestens im Zuge der Haushaltsverhandlungen für 2019 passieren: „Man muss ja auch daran denken, dass wir mit vielen Krankenhauseinheiten arbeiten – und dass in allen Hospitälern Aktivität herrschen soll. Das heißt, dass fast alle Bürger der Region Transportzeit in Kauf nehmen müssen. Es fahren auch Leute von Esbjerg nach Sonderburg. Man könnte statt eines dezentralen ein zentrales System wählen mit zwei Großkrankenhäusern in der Region. Das wollen wir nicht. Aber meinetwegen können wir Flensburg gerne wieder aufgreifen. Das erfordert dann aber, dass wir das Geld anderswo finden. Als wir damals sparen mussten, war unter anderem Tondern auch im Spiel.“

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