Ambulanzen

Grenzüberschreitende Rettung soll schneller werden

cvt / Marc Reese / Flensborg Avis
Flensburg
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Foto: dpa (Archiv)

Wer in Grenznähe auf dänischer Seite in Not gerät, soll künftig schneller Hilfe aus Deutschland bekommen können. Ein neues System in Odense macht's möglich. Ein Flensburger Politiker sieht aber noch andere Hindernisse.

Die Einsatzleitstelle in Odense bekommt ein neues Einsatzleit- und Disponierungssystem, mit dem nicht zuletzt die dänisch-deutsche Zusammenarbeit im Rettungswesen effizienter werden soll. Das berichtet Flensborg Avis. Kim Ahlers, Leiter der Leitstelle in Odense, sagte der Zeitung, er gehe davon aus, dass die neue Art und Weise der Disponierung „zwischen einer halben und einer ganzen Minute“ Zeit einsparen werde.

„Bereits heute arbeiten wir so schnell, wie wir können. Der Vorteil des neuen Systems ist es , dass es sowohl schneller als auch sicherer ist“, sagt Ahlers.

Auch in Harrislee bei der Leitstelle Nord freuen sich die Mitarbeiter auf das neue System in Odense. „Es gibt einen intensiven Austausch mit Dänemark. Das neue System aus Dänemark wird an unseres angekoppelt“, berichtet er in Flensborg Avis. Dann müssen die deutschen Kollegen die Informationen nicht mehr in ein anderes System eintippen, sondern sie werden direkt überführt.

Sörensen: Es geht um Menschenleben

Der Flensburger Lokalpolitiker Karsten Sörensen von der CDU setzt sich derweil weiter für Verbesserungen ein. Denn die Ausrückzeiten der deutschen Rettungswagen nach Dänemark stehen unter scharfer Beobachtung auf dänischer Seite. Zu lange bräuchten sie, so die Kritik, sie führen immer nur deutsche Krankenhäuser an, es gebe eine Sprachbarriere und die deutschen Wagen könnten keine Tele-EKGs an die dänischen Krankenhäuser übertragen.

„Es geht um akute Situationen. Hier geht es ausschließlich darum, Leben zu retten und das Richtige für den Patienten zu tun – nämlich, dass zum nächsten Krankenhaus gefahren wird“, sagt er zu Flensburg Avis.

Die Leitstelle in Odense habe die Einsatzzeiten seit 2017 verfolgen können – und als Konsequenz immer häufiger deutsche Rettungswagen angefordert. Auch die Eröffnung der Rettungswache West in Flensburg 2015 habe die Situation verbessert. Nach Krusau brauchen die Wagen von dort zwischen acht und elf Minuten.

Die Schuld für lange Ausrückzeiten könne nicht auf die deutsche Seite geschoben werden. Wenn Dänemark unzufrieden sei, solle man selbst eine Station in Grenznähe einrichten. Dennoch sieht er Potenzial, die deutschen Rettungswagen noch schneller über die Grenze zu bringen.

Die Übermittlung von Notrufen zwischen Odense und Harrislee müsse noch schneller werden. Technische Unterschiede müssten angepasst werden – dies könne aber nur auf dänische Rechnung geschehen, wenn die deutschen Einsatzkräfte in Dänemark helfen sollen. Auch die Grenzkontrollen sieht Sörensen als Problem, denn durch sie entstehen Staus – und bisher haben die Rettungswagen keine Möglichkeit, in Grenznähe auf der Autobahn zu wenden.

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