Streetart

Ziviler Ungehorsam bringt zum Schmunzeln

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Krusau/Kruså
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Minion
Die "Farbenhexe" von Krusau hat zugeschlagen. Foto: Karin Riggelsen

In Krusau wurde ein rostiger Hydrant von der „Farbenhexe“ fachkundig in einen lustigen Minion verwandelt.

In Krusau wurde ein rostiger Hydrant von der „Farbenhexe“ fachkundig in einen lustigen Minion verwandelt.

Der Name ist offensichtlich Programm: Die Krusauer Farbenhändlerin Charlotte Tjørnelund konnte nicht anders als sie beim Unkrautjäten auf dem Grünstreifen vor dem Laden „Farveheksen“ ("Farbhexe") am Skovglimt über die Schulter schaute. Denn dort wurde sie von einem rostigen Hydranten-Zyklopen „angeäugt“. So entstand im Laufe des vergangenen Herbstes aus dem Hydranten nach und nach ein fröhlicher Minion.

Das Umgestalten von Hydranten ist natürlich nicht erlaubt, doch der zivile Ungehorsam der Farbenhändlerin hat vielen Passanten und Nachbarn schon ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert. Als Anfang der Woche ein Mitarbeiter der nordschleswigschen Brand- und Rettungsbereitschaft den Laden betrat, bekam sie schon ein mulmiges Gefühl.

„Doch auch er fand meine Aktion lustig und gelungen“, freut sich Charlotte Tjørnelund. Und die Tatsache, dass er dies auch auf Facebook mit ganz vielen Smileys gepostet hat, stimmt sie zuversichtlich, dass sie keine Unannehmlichkeiten zu erwarten hat. Allerdings machte auch er sie darauf aufmerksam, dass dies eigentlich nicht gestattet ist. Hydranten müssen auffallend rot sein. Allerdings leuchtet der blau-gelbe Minion mehr als der rostige Hydrant. „Sollte es Probleme geben, kann ich ihn ja schnell wieder rot anmalen. Das ist kein Problem“, sagt die „Übeltäterin“. Der Hydrant ist allerdings funktionsfähig. Die Farbe verhindert nicht die Nutzung.

Eigentlich müsste ihr die Brand- und Rettungsbereitschaft dankbar sein. Am Hydranten am Skovglimt hatte der Zahn der Zeit genagt. Er war ganz schön rostig geworden. Charlotte Tjørnelund hat ihn nach allen Regeln der Malerkunst von Rost befreit und grundiert, bevor sie ihn mit Acrylfarbe angepinselt hat. Sobald das Wetter noch ein wenig wärmer geworden ist, wird sie ein wenig nachbessern. „In der Adventszeit hatte ich ihm eine rote Zipfelmütze aufgesetzt, die ich mit starkem Tape befestigt hatte. Als ich sie abnahm, ist etwas Farbe abgegangen“, erläutert sie das Problem.

Nachdem der Minion für so viel Furore gesorgt hat, erwägt sie eine „Wiederholungstat“. „Vor unserem Haus in Kollund steht auch einer. Ich hätte große Lust, ihn in einen gelben Pluto zu verwandeln“, gesteht sie. Der aus den Disneyfilmen bekannte Hund würde sicherlich den vielen Schulkindern, die tagtäglich an ihrem Grundstück vorbeikommen, gefallen.

Aber noch hat sie ihr unlauteres Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt…

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“