Nachtleben

„Wir brauchen Input der Bürger“

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Darf die Diskothek „Seven“ bleiben oder nicht? Darüber herrscht Uneinigkeit. Foto: Gesche Picolin

Wohin mit den Diskotheken in Apenrade? Eine öffentliche Anhörung blieb ergebnislos. Nun setzen Politiker auf einen Workshop mit Interessengruppen.

„Wir können es vielleicht so ausdrücken: Die Bürger wissen zumindest, wo sie kein Nachtleben haben wollen, aber wir wollen eine so einschneidende Entscheidung nicht ohne die Beteiligung der Bürger fällen“, sind sich der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende des Wachstumsausschusses der Kommune Apenrade, Philip Tietje (V) und Erik Uldall Hansen (Soz.) einig. Ansonsten sorgt die Diskothek „Seven“ für einigen Zwist unter den beiden Politikern. „So lange keine Entscheidung gefällt ist, ist die Diskothek legal und kann geöffnet bleiben“, sieht es der Ausschussvorsitzende.

Generell wäre Tietje (und seine Venstre-Fraktion) sogar dafür, den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass die Diskothek dort bleiben kann, während Uldall Hansen und seine sozialdemokratische Gruppe gerne das Nachtlokal schnellstmöglich geschlossen sieht. Dafür aber soll dann ein neuer geeigneter Standort für Diskotheken und Bars gefunden werden. Gerne in Hafennähe.

Das Dilemma

Das Dilemma: Der Betreiber der Diskothek „Seven“ hatte sich vor Einrichtung des Tanzlokals am Storetorv in der zuständigen Kommunalverwaltung vergewissert, dass der Flächennutzungsplan dort ein solches Etablissement zulässt. Das sei der Fall, lautete dort die Botschaft und so konnte vor gut zwei Jahren die Diskothek eröffnet werden. Tatsächlich aber waren laut Flächennutzungsplan nur Gastronomiebetriebe zulässig. Während der Vorstand des Bridgeklubs, der im zweiten Stock des Gebäudes, beheimatet ist, der Meinung ist, dass Gastronomiebetrieb und Nachtlokal zwei verschiedene Paar Schuhe sind, so sprach sich die Mehrheit im Ökonomieausschuss für eine dehnbarere Auslegung des Gastronomiebegriffs aus. Die Diskothek konnte daher bleiben. Diese Entscheidung wurde u. a. vom Bridgeklub beim Planklagenævn, der zuständigen Klageinstanz, vorgebracht, und hier gab man dem Bridgeklub recht.

Keinerlei Reaktion

Während eine Fraktion im Wachstumsrat (angeführt vom Vorsitzenden Tietje) bereit ist, den für den Storetorv geltenden Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern, will die andere Fraktion (angeführt von Uldall Hansen) die Diskothek dort schließen. Allerdings, so sind sich beide Fraktionen einig, braucht eine Stadt wie Apenrade auch Bars und Diskotheken, aber: Wo sollen sie platziert werden? Deshalb wurde in diesem Frühjahr eine öffentliche Anhörung durchgeführt – mit niederschmetternden Ergebnis: Bis auf eine telefonische Anfrage hat es keinerlei Reaktionen gegeben. „Wir brauchen in dieser Frage aber den Input der Bürger“, unterstreicht Tietje. Auf der Ausschusssitzung in dieser Woche haben sich die Politiker darauf verständigt, verschiedene Interessengruppen zu einem Workshop einzuladen, um die Standort-Frage zu diskutieren. Dieser Workshop soll im Prinzip offen für alle Interessierte sein, aber gezielt werden Hausbesitzer, Geschäftsleute, der Campusrat und natürlich auch die Mitglieder des Ad-hoc-Ausschusses „Ung i Aabenraa“ eingeladen.

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