Jollenhafen

„Wir bestehen auf die Einhaltung der Baugenehmigung“

„Wir bestehen auf die Einhaltung der Baugenehmigung“

„Wir bestehen auf die Einhaltung der Baugenehmigung“

Paul Sehstedt
Loddenhoi/Loddenhøj
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Die Jollenhafengegner hatten sogar Aufkleber hergestellt, um ihrem Unmut über das Projekt kundzutun. Foto: Paul Sehstedt

Die Jollenhafengegner reichen eine Klage über vermeintliche Verletzungen der Projektpläne ein.

Sieben Seiten umfasst die jüngste Klage, die der Verein „Loddenhøj Bevar NaturStranden“ bei der Küstenverwaltung „Kystdirektoratet“ eingereicht hat.

Wohldokumentiert wird aufgelistet, wie die Jollengilde Loddenhoi die von der Verwaltung in Lemvig erteilte Baugenehmigung angeblich verletzt. Hauptklagepunkt ist die Erweiterung des Hafengebietes um 25 Prozent, weil die Ostmole statt der genehmigten 50 Meter jetzt 60 Meter vor dem Strandufer liegt.

Gegner erkennen demokratischen Prozess an

Bisher haben die Vereinsmitglieder rund 150.000 Kronen für Rechts- und Fachbeistand ausgegeben.
„Den demokratischen Prozess, der den Bau des Jollenhafens ermöglicht hat, erkennen wir an, aber wir bestehen auf die Einhaltung der erteilten Genehmigungen“, unterstreicht Birte Schultz gegenüber dem „Nordschleswig“. Sie ist die Vorsitzende des Vereins der Jollenhafengegner.

Birte Schultz und der Verein „Loddenhøj Bevar NaturStranden“ wachen über den Bau des Jollenhafens in Loddenhoi, den sie zwar nicht verhindern konnten, aber aufmerksam verfolgen. Für ihre Arbeit wurden sie mit dem Demokratiepreis 2019 von der Apenrader Einheitsliste belohnt. Foto: Paul Sehstedt

Aus Skepsis wurde Ablehnung

Als die Pläne für den Bau eines Jollenhafens im nördlichen Bereich des Loddenhoier Strands vor acht Jahren bekannt wurden, formierte sich erst eine vorsichtige Skepsis und später starke Ablehnung gegen das Projekt. Die Gegner gründeten ihren Verein, der heute etwa 170 Mitglieder umfasst.
„Was vor und hinter den Kulissen abgelaufen ist, ist so grotesk, dass ein Buch darüber geschrieben werden kann“, ist Birte Schultz überzeugt. Sie wohnt zwar in Apenrade, besitzt aber durch ihre Familie enge Beziehungen zu Loddenhoi.

Tiefere Fahrtrinne erforderlich

Sie kennt sich mit den Tücken der kommunalen Verwaltung aus, da sie für sowohl Camma Larsen-Ledet, Erik Jessen als auch für Kresten Philipsen gearbeitet hat. Ein ganzes Bücherregal füllen die Akten, in die sie die Korrespondenz und Bauzeichnungen eingeheftet hat.

Der Hafen hat den Strand verschandelt und das Klima zwischen den Bürgern vergiftet

Birte Schultz, Vorsitzende der Jollenhafen-Gegner

„Der Hafen hat den Strand verschandelt und das Klima zwischen den Bürgern vergiftet“, sagt die Vorsitzende. „Geplant und genehmigt war ursprünglich ein Anleger für Jollen; inzwischen sollen zehn Plätze für 26-Fuß-Segelboote eingerichtet werden. Das bedeutet eine tiefere Fahrtrinne, für die aber keine Zulassung vorliegt. Die Jollengilde arbeitet nach dem Prinzip ‚Vergebung statt Genehmigung‘!“, ärgert sie sich. 26 Fuß sind rund 7,9 Meter.

Naturschäden entstanden

„Der Nordschleswiger“: Hätte der Hafen anderswo gebaut werden können, vielleicht weiter südlich?
„Das wäre eine Möglichkeit gewesen, denn dort sind die Strömungsverhältnisse anders und der Auslauf des Møllebæk würde nicht behindert werden“, lautet ihre Antwort.

Drei der insgesamt zwölf Anlagen, die der Klage beigefügt sind, dokumentieren die Naturschäden, die nach dem Baubeginn aufgetreten sind.

Hoffnung auf den Ombudsmann

„Die Küstenverwaltung empfindet uns als lästig und hat eine andere Klage abgewiesen. Doch nun hat sich der Ombudsmann eingeschaltet und eine Neubewertung durch eine andere Instanz angeordnet. Das bewerten wir positiv“, stellt Birte Schultz fest.
Der Verein erhielt von der Partei Einheitsliste (Enhedslisten) in Apenrade den Demokratiepreis 2019 für sein anhaltendes Bemühen, dass Regelrecht und Ordnung in der Verwaltung eingehalten werden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Mutiges Museum“