Wahlkampf

Wildschweinzaun in der Fußgängerzone

Wildschweinzaun in der Fußgängerzone

Wildschweinzaun in der Fußgängerzone

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Apenrade/Aabenraa
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Der Folketingskandidat der Volkssozialisten, Henrik Boye aus Apenrade, war erst kürzlich am Wildschweinzaun, um sich mit eigenen Augen von dem – nach seiner Ansicht – unsinnigen Bauprojekt zu überzeugen. Foto: privat

Radikale Venstre und Sozialistische Volkspartei planen ein gemeinsames politisches Happening in Apenrade. Zwei Konkurrenten um einen Platz im Folketing sind sich in dieser Sache einig: Der Zaun kostet zwar 79,5 Millionen Kronen, hat aber keinen reellen Wert.

Zwei ausgesprochene Gegner des Wildschweinzauns an der deutsch-dänischen Landesgrenze wollen am Sonnabend, 11. Mai, selbst einen solchen Zaun aufstellen ab 11 Uhr mitten in der Apenrader Fußgängerzone.

Volkssozialist Henrik Boye (SF) und Rune Christiansen von Radikale Venstre sind zwar Konkurrenten um einen Platz im dänischen Folketing und sind sich auch sonst bei vielen Themen politisch uneinig, in Sachen Wildschweinzaun ziehen die beiden Kontrahenten aber an einem Strang.

79,5 Millionen Kronen für nichts

„Der Wildschweinzaun kostet 79,5 Millionen Kronen, für die wir reell aber gar nichts kriegen. Er verschandelt die schöne nordschleswigsche Natur, löst aber keineswegs Probleme. Das ist wirklich keine kluge Disposition“, findet der Apenrader Boye.

Dieser Meinung ist auch der im Raum Südjütland für Radikale Venstre kandidierende Rune Christiansen, Aarhus. „Der Zaun ist ein Symbol dafür, dass es an der dänischen Politik krankt. Er kostet viel Geld, ist aber reine Symbolpolitik. Er ist voller Löcher und daher ohne reellen Wert. Der Zaun behindert nur die Lokalbevölkerung und macht überhaupt keinen Unterschied“, sagt der Radikale.

Löchriger Zaun

Der knapp 70 Kilometer lange Stahlmattenzaun wird an Stellen, wo sich derzeit Schengen-Grenzübergänge befinden und wo größere kreuzende Fließgewässer sind, rund 20 dauerhafte Öffnungen haben. Zudem wird alle hundert Meter eine 20 mal 20 Zentimeter große Faunapassage für kleinere Tiere angelegt.

Die beiden politischen Kontrahenten teilen die Vision von einem Nordschleswig als offene und vielseitige Kulturlandschaft. Über die Jahrzehnte habe sich grenzüberschreitend eine gutnachbarschaftliche Zusammenarbeit entwickelt, auch die sieht das Duo Boye/Christiansen durch den Wildschweinzaun gefährdet.

Der Wildschweinzaun kostet insgesamt 79,5 Millionen Kronen. 30 Millionen Kronen steuert die dänische Wirtschaft bei, den Löwenanteil in Höhe von 49,5 Millionen Kronen zahlt aber der dänische Staat.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Erneuerung und Tradition“