Umleitung

Weg war das Chaos

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Der Margrethenweg am Donnerstag um 9 Uhr: Das Gröbste ist überstanden, das Chaos hat sich gelegt. Foto: Privat

Auf dem Rückweg von Arbeit und Schule dürften sich am Donnerstagnachmittag so einige gewundert haben: War hier am Morgen nicht noch eine nervige Baustelle?

Wie viele Personen am Donnerstagmorgen in Apenrade zu spät zur Arbeit oder zur Schule kamen, entzieht sich unserer Kenntnis. Wegen Asphaltierungsarbeiten war der Verkehr im Kreuzungsbereich Westerstraße/Margrethenweg am Morgen gesperrt bzw. es konnte nur eine Fahrbahn benutzt werden. Der Verkehr wurde zwar mit Ampeln geregelt, aber auf dem ohnehin im morgendlichen Berufsverkehr völlig überlasteten Margrethenweg standen die Autos früher als an anderen Werktagen Stoßstange an Stoßstange.

„Ich bin meistens schon um 7.45 Uhr im Büro, um dem üblichen Verkehrschaos zuvorzukommen“, sagt Thore Naujeck, Mitarbeiter des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) im Haus Nordschleswig. Als er Donnerstag mit dem Wagen auf dem Margrethenweg dennoch in einen Stau geriet, fragte er sich, ob er zu spät dran sei. Doch der Blick auf die Uhr zeigte, dass er nicht zu spät unterwegs war. Ein paar Augenblicke später – als er die Ampel und die Straßenarbeiten entdeckte – hatte er dann die Erklärung.

Als Naujeck endlich im Büro war, konnte er beobachten, dass viele Schüler (und sicherlich auch Lehrer) des gegenüber liegenden IBC es nicht rechtzeitig zum ersten Klingeln in die Schule schafften.

Rabenschwarz und duftend

Wenige Stunden später war die Fahrbahn wieder frei. Als der BDN-Koordinator Feierabend hatte, konnte er seinen Heimweg die Straße auf frischem, rabenschwarzem und duftendem Asphalt antreten.

Verwunderung herrscht aber nicht nur bei Naujeck und seinen Kollegen im Haus Nordschleswig darüber, dass die Arbeiten ausgerechnet in der Rushhour Apenrades durchgeführt und dass die Anlieger (vor allem die Schulen) nicht vorab informiert werden.

„Im Zuge der Straßensanierung wurden an der Westerstraße auch Kanalisierungsarbeiten durchgeführt. Anschließend wurde der Straße eine Tragschicht verpasst, die sich gerne ein Jahr setzen sollte, bevor sie mit einer Deckschicht versehen wird“, erläutert Hanne Petersen vom kommunalen Straßenbauamt die Maßnahme.

Foto: Lana Riedel

Schnittstellen minimieren

Da in Verbindung mit der Straßensanierung in der Kreuzung Westerstraße/Margrethenweg auch eine Rechtsabbiegerspur zur neuen Campuszufahrt angelegt wurde, hat sich die Kommune Apenrade entschieden, gleichzeitig der ganzen Kreuzung eine neue Deckschicht zu verpassen. „Es geht darum, möglichst wenige Schnittstellen in der Deckschicht zu haben“, führt die Straßen- und Wegetechnikerin ihre Erläuterungen fort.

Es sei auch wichtig, die Tragschicht auch nicht zu lange Regen oder gar Schnee und Streusalz ausgesetzt zu lassen. Das könnte zu Folgeschäden führen. „Aus diesem Grund mussten wir jetzt ran, zumal am kommenden Sonnabend der Weihnachtsmarkt der Herzen auf dem Storetorv geöffnet wird“, fügt sie hinzu. Die Deckschicht musste deshalb gerne in dieser Woche aufgetragen werden.

Umleitung erforderlich

„Wir wissen, dass wir mit diesen Arbeiten den Verkehr behindern. Wir sind stets bemüht, die Behinderungen so gering wie möglich zu halten. – Wir mussten aber aus mehreren Gründen die Arbeiten gleich am frühen Morgen – also in der Hauptverkehrszeit – durchführen. In diesem Fall war sowohl eine Straßensperrung und Umleitung erforderlich. Das Beschildern dauert mehrere Stunden. Wenn wir damit erst am Morgen anfangen, besteht die Gefahr, dass wir die Arbeiten nicht an einem Tag durchführen können. Wir müssten also die Verkehrsteilnehmer zwei Tage nerven. Deshalb haben wir die Beschilderung schon am Abend vorher bewerkstelligt, konnten dann gleich am frühen Morgen mit den Arbeiten beginnen und auch offensichtlich auch erfolgreich beenden“, sagt Hanne Petersen, die das Ergebnis selbst noch nicht gesehen hat. „Wir führen solche Arbeiten am liebsten nicht montags durch. An dem Tag wollen wir die Verkehrsteilnehmer nicht zusätzlich noch mit Straßenarbeiten, Straßensperren und Umleitungen nerven“, fügt sie lachend hinzu.

Die umliegenden Schulen und andere Anlieger werden für solche Maßnahmen nicht informiert. Indem die Beschilderung schon am Abend vorher durchführen, würden die meisten Anlieger ja schon gewarnt. Allerdings werden die Rettungsbereitschaft, Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen und auch der öffentliche Nahverkehr von den Sperrungen in Kenntnis gesetzt.

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