Flotille 137

Auf dem Weg nach Wilhelmshaven

Auf dem Weg nach Wilhelmshaven

Auf dem Weg nach Wilhelmshaven

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Apenrade/Aabenraa
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Ausbildungsunterstützungsoffizier der Heimwehrflotille 137, Kim Andersen, und Flotillenchef Morten Colstrup, stehen am Kai des Apenrader Gammelhavns. Im Hintergrund sind die beiden Heimwehrschiffe „Speditøren" und „Ringen“ zu erahnen.
Kim Andersen (l.), Ausbildungsunterstützungsoffizier der Heimwehrflotille 137 Apenrade, und Flotillenchef Morten Colstrup, freuen sich auf den Einsatz in Wilhelmshaven. Foto: Paul Sehstedt

Die Apenrader Heimwehrflotille nimmt mit zwei Schiffen an den Niedersachsentagen teil. Sie musste allerdings eine Anleihe bei den Kollegen in Fredericia machen.

Neben der „Ringen“ der Apenrader Marineheimwehr lag am Mittwochmorgen das Schwesternschiff „Speditøren“ aus Fredericia im Apenrader Gammelhavn. Der Grund: Die Heimwehrflotille 137 hat sich das Boot bei den Kollegen der Flotille 134 ausgeliehen, um damit nach Wilhelmshaven zu schippern.

Offizielle Vertreter des Verteidigungsministeriums

Jeweils mit einer Apenrader Crew besetzt, nehmen die Schiffe am Wochenende an den dortigen Niedersachsentagen und am 150. Stadtjubiläum Wilhelmshavens teil. In Verbindung mit den Feierlichkeiten stellt die Bundesmarine am Montag, 17. Juni, ein neues Schiff in Dienst. Es ist die erste von insgesamt vier Fregatten der neuen Klasse F125, die „Baden-Württemberg“.

Die beiden Heimwehrschiffe aus Apenrade und Fredericia vertreten bei dieser Zeremonie offiziell das dänische Verteidigungsministerium, teilt der Apenrader Flotillenchef Morten Colstrup auf Anfrage mit.

Ein Foto der „Baden-Württemberg" ist das Typschiff der neuen Klasse F125
Die „Baden-Württemberg" ist das Typschiff der neuen Klasse F125 der Deutschen Marine. Sie wird am Montag in Dienst gestellt. Und nicht von der Zahl 222 am Bug der Fregatte verwirren lassen. Die „Baden-Württemberg" wird als F222 in den Büchern der Bundesmarine aufgeführt. Die Schwesternschiffe „Nordrhein-Westfalen", „Sachsen-Anhalt" und „Rheinland-Pfalz" werden entsprechend F223, F224 und F225 bezeichnet. Alle vier Schiffe werden dem 4. Fregattengeschwader mit Heimathafen Wilhelmshaven angehören. Foto: Deutsche Marine

F125-Fregatten: Beginn einer neuen Ära

Das in Wilhelmshaven beheimatete Typ-Schiff wird das modernste Schiff der Deutschen Marine sein. In der offiziellen Pressemitteilung wird die Indienststellung der Fregatte als „Meilenstein in der Geschichte der Bundesmarine“ und „Beginn einer neuen Ära“ bezeichnet.

So wird es die erste Fregatte sein, die mit einem Mehrbesatzungskonzept betrieben wird, statt eine feste Besatzung an Bord zu haben.

Die hochmoderne und dennoch robuste Technik macht die Intensivnutzung mit bis zu zwei Jahren Stehzeit im Einsatzgebiet ohne planmäßigen Werftaufenthalt möglich. Dank des hohen Automatisierungsgrads können die Schiffe zudem mit einer Besatzungsstärke von nur 120 Männern und Frauen zur See fahren. Zum Vergleich: die „älteren“ Fregatten der Deutschen Marine benötigen noch fast doppelt so viel an Besatzung.

Feuerunterstützung von Heereskräften an Land

Mit den Fregatten der Klasse 125 gewinnt die Marine die Fähigkeiten zur weitreichenden taktischen Feuerunterstützung von Heereskräften an Land sowie zur Abwehr asymmetrischer Bedrohungen. Mit den vier sogenannten BUSTER-Booten und den Bordhubschraubern verfügt jede Fregatte neben einer erweiterten Aufklärungs- und Waffenreichweite über umfassende Verbringungsmittel, um eigene Spezial- bzw. spezialisierte Kräfte zur Rettung und Evakuierung, zur bewaffneten Rückführung sowie zu Operationen gegen gegnerische Kräfte einsetzen zu können.

Mit den eingeschifften Marinehubschraubern sind sie zudem in der Lage, in einer modernen U-Boot-Abwehraktion eingebunden zu werden.

Durch ihre großzügigen Einschiffungskapazitäten eignen sich die Schiffe auch gut zur Verbandsführung. Die Marine setzt mit den Kammern für die Besatzung neue Maßstäbe. Jede Kammer ist eigens mit einer angrenzenden Nasszelle ausgestattet und verfügt über eine Internetverbindung, die es den Soldatinnen und Soldaten ermöglicht, auch während längerer Abwesenheiten mit ihren Angehörigen in Verbindung zu bleiben.

Das Innenleben der neuen Fregattenklasse F125

Verteidigungsministerin von der Leyen ist anwesend

„Die Freude ist sehr groß, allen voran bei den Erstbesatzungen. Sie haben in den letzten Jahren enorm viel Energie und Arbeit aufgewendet, um diese neue Schiffsklasse in Fahrt zu bringen. Sie haben dabei sehr wertvolle und tiefgehende Expertise für die Flotte aufgebaut. Es freut mich persönlich für diese Männer und Frauen, dass sie nun endlich die Früchte ihrer Arbeit ernten können und die erste Einheit in den Dienst der Flotte bringen“, erklärt Flottillenadmiral Ralf Kuchler.

In Anwesenheit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird die Indienststellungszeremonie in Wilhelmshaven gefeiert.

Der Tag der Indienststellung fällt nicht zufällig genau auf das 150. Stadtjubiläum Wilhelmshavens. Damit soll auch die enge Verbundenheit zwischen der Marine und dem Heimatstützpunkt aller Fregatten zum Ausdruck gebracht werden. So wird die Ministerin im Anschluss an die Indienststellung auch am Festakt zum 150. Jubiläum der Stadt Wilhelmshaven teilnehmen.

Technische Daten

  • Länge: 149,60 m
  • Breite: 18,80 m
  • Tiefgang: 5,4 m
  • Einsatzverdrängung: 7100 t
  • Geschwindigkeit: >26 Knoten
  • Antrieb: CODLAG (Combined Diesel eLectric And Gasturbine)
  • 4 Diesel-Generatoren mit je 2.900 KW
  • 2 Elektrische Fahrmotoren mit je 4.500 KW
  • 1 Gasturbine mit 20.000 KW
  • Bugstrahlruder mit 1.000 KW
  • Unterbringungskapazität: 190 Personen
  • Stammbesatzung: 120 Personen
  • Einschiffungskapazität: max. 70 Personen
  • Bordhubschrauber: 2

Sensoren:

  • 4-Flächen C-Band Radar (3-D),
  • Freund-Feind-Erkennung (IFF),
  • Elektronische Unterstützungsmaßnahmen(EloUM),
  • Elektrooptische Zielerkennung,
  • Automatisierte 360°-Infrarotüberwachung,
  • Taucher-Detektions-Sonar

Bewaffnung:

  • 1x 127-mm Marinegeschütz (zur Seeziel- und Landbekämpfung, auch im Verbund mit dem Heer)
  • 2x 27-mm Marineleichtgeschütze (MLG), automatisiert
  • 5x 12,7-mm Maschinengewehre, automatisiert
  • 2x Vierfachstartgeräte für Flugkörper HARPOON
  • 2x Nahbereichflugabwehrsystem RAM
  • 4x Täuschkörperwurfanlagen (MASS)
  • sowie diverse Handwaffen und Maschinengewehre

Einsatzboote:

  • 4 Festrumpfboote
  • Länge: 10,10 m
  • Breite: 3,50 m
  • Gewicht: max. 8.000 kg (mit 1.900 kg Zuladung)
  • Motorleistung: 2 x 272 kW (370 PS)
  • Geschwindigkeit: 35 kn bei max. Gewicht
  • Reichweite: 130 sm (bei 20 – 25 kn)
    max. 15 Personen an Bord
  • (Quelle: Deutsche Bundesmarine)
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