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Unternehmer: Kommune legt Stolpersteine in den Weg

Unternehmer: Kommune legt Stolpersteine in den Weg

Unternehmer: Kommune legt Stolpersteine in den Weg

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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So sieht es nach knapp sieben Jahren am früheren Supermarkt in Rothenkrug aus. Foto: Paul Sehstedt

Bürger beschweren sich auf Facebook über einen verfallenen früheren Supermarkt in Rothenkrug, weil das Gebäude innen verfällt. Der Besitzer erklärt, warum es dort keine Veränderungen gibt.

„Wenn Leute glauben, dass mir unser Gebäudekomplex an der Rothenkruger Straßenecke Østergade/Hærvejen egal ist und wir dort nichts unternehmen, dann haben sie nicht recht“, verteidigt sich der Apenrader Unternehmer Hans Tarp gegen die Beschwerden, die auf Facebook gegen ihn erhoben werden. „Es ist zwar richtig, dass ein Teil des Komplexes von innen verfallen ist, aber außen entfernen wir Müll und Unkraut.“

Tarp macht keinen Hehl daraus, dass er schon seit etlichen Jahre vielzählige Projekte für dieses Grundstück hat ausarbeiten lassen, doch immer wieder lege ihm die Kommune Stolpersteine in den Weg:

„Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften sind an dem zentral gelegenen Grundstück sehr interessiert, doch um ihre Pläne umsetzen zu können, brauchen sie eine kommunale Garantie, und eine solche will die Kommune nicht geben, weil die Entwicklung in Apenrade und nicht in Rothenkrug geschehen soll“, erklärt Tarp und legt eine entsprechende E-Mail-Korrespondenz zwischen der Kommune und einer Wohnungsbaugesellschaft vor.

„Ich habe den größten Teil meines Lebens in Rothenkrug gewohnt und bin dort geschäftlich sehr aktiv. Neunzehn Mal habe ich dort Richtfest gefeiert, und daher ärgert mich die herablassende Einstellung der Kommunalverwaltung.“

Stapel von Aktenordern

Hans Tarp hat Aktenordner und Stapel mit Bauplänen und -zeichnungen vorliegen, und auch die Schreiben nehmen reichlich Platz ein.

Der 90-jährige Unternehmer sieht die Lage sehr realistisch: Der Komplex muss abgerissen werden, und für diese Maßnahme liegt ihm ein Angebot von 295.000 Kronen vorliegen. „Hinzukommen 128.000 Kronen um die Umweltauflagen einzuhalten“, fügt er hinzu. „Außerdem müssen wir auch die Kosten für den Grundstückskauf plus den Abbruch des alten Rathauses sowie der Bibliothek einkalkulieren. Gratis ist das alles nicht!“

In Verhandlung

Augenblicklich verhandelt Hans Tarp mit zwei privaten Interessenten und wartet auf die Antwort der Kommune, mit der er vor einigen Wochen ein Treffen hatte. „Ich hoffe, dass wir bald weiterkommen können“, schließt Tarp

Die norwegische Supermarkkette REMA 1000 war bis zum März 2012 Mieter im Einkaufscenter. Seitdem steht dieser Teil leer. Die Parkplätze werden von Autofahrern genutzt, die auch das Gelände als eine Abkürzung zwischen Østergade und Hærvejen befahren. Neben einem Körperpflegesalon und einem Second-Hand-Laden ist noch Dino’s Place geöffnet.

Hans Tarp zeigt eine der vielen Korrespondenzen mit der Kommune. Foto: Paul Sehstedt
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