Traditionsunternehmen

„Unser erstes Haus wurde in Feldstedt gebaut“

Paul Sehstedt
Rothenkrug/Rødekro
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An einem Modell wird den Kunden der Aufbau eines Eurodan Haus veranschaulicht. „Unsere Häuser sind 100-prozentig dicht“, erklärt Seniorchef N. C. Dahl. Foto: Paul Sehstedt

Die Rothenkruger Hausbaufirma Eurodan Huse ist seit 40 Jahren am Markt. Auch Gründer N. C. Dahl ist noch zeitweise mit dabei. Dem Nordschleswiger erzählte er, wie seine Firma groß wurde.

„Familie Alsted wohnt noch immer in dem ersten Ausstellungshaus, das wir 1978 fertigstellten“, zitiert Niels Christian Dahl die 40-jährige Firmengeschichte von Eurodan Huse in Rothenkrug. Der 71-jährige Firmengründer kann mit Stolz auf die vergangen vier Jahrzehnte zurückblicken, in denen er mit viel Elan und Schweiß seinen Betrieb zu einem der führenden Fertighausherstellern in Dänemark entwickelt hat.

„ Von den rund 5.000 Einfamilienhäusern, die jährlich im Lande gebaut werden, liefern wir 500“, stellt der gebürtige Thybo nüchtern fest.

Von Grund auf gelernt

Bevor er sich als Selbstständiger niederließ, lernte er die Branche von Grund auf kennen: erst eine Zimmererlehre, dann eine vierjährige Baukonstrukteurausbildung und schließlich die erste Anstellung als Bauinspekteur beim Fertighaushersteller Høm, dem einstigen Marktführer der Branche.

NC, wie der Firmengründer respektvoll genannt wird, fand einige Jahre später 1974 einen Job bei Toftlund Byggeindustri und zog mit seiner Frau Lis nach Nordschleswig. Den Landesteil kannte er gut von seiner Rekrutenzeit, die er sowohl in Tondern als auch in Skrydstrup abdiente.

Der Sprung in die Selbstständigkeit

Den Sprung in die Selbstständigkeit wagte Dahl vier Jahre später. Das Obergeschoss des Wohnhauses wurde der erste Firmensitz. „Ich machte alles selbst: die Bauzeichnungen, das Werbematerial, die Berechnungen“, erinnert er sich. „Ganz wesentlich war jedoch, dass die Verkaufspreise realistisch sein sollten, damit ich das bescheidene Katalogangebot von fünf verschiedenen Typen an den Kunden bringen konnte.“ Dahl arbeitete jeden Tag rund um die Uhr, und im ersten Geschäftsjahr konnte er immerhin 24 Verträge abschließen.

Dass die verschiedenen Wirtschaftskrisen sich auch auf das Baugewerbe auswirkten, davon kann der Nestor von Eurodan Huse ein Lied singen. Mit der neu angetretenen Regierung Poul Schlüters folgte ein sagenhafter Aufschwung, der mit dem Verkauf von 600 Häusern stolze Absatzzahlen aufwies. „Das war 1986, und landesweit wurden rund 13.000 Häuser gebaut“, erzählt NC. „Doch im Jahr darauf kam die sogenannte Kartoffelkur, und die Bevölkerung musste den Gürtel enger schnallen. Nur noch 1.300 Häuser wurden in Dänemark gebaut, und auch unser Verkauf brach ein. Wir mussten den Mitarbeiterstab von 165 auf 35 reduzieren.“

Vorsichtige Schritte

„Nach der deutschen Wiedervereinigung wagten wir ein paar vorsichtige Schritte in Mecklenburg-Vorpommern“, setzt der Senior fort, „doch den ganz großen Sprung machten wir dennoch nicht und zogen uns wieder aus dem Exportgeschäft zurück.“ Eurodan Huse konzentriert sich auf den dänischen Markt und bietet unter anderem das Produkt Eurodan Total an: „Wir übernehmen sämtliche Aufgaben mit dem Hausbau: Kauf des Grundstückes, den Papierkram, den Bau bis zur Schlüsselabgabe. Erst dann zahlt der Kunde, und wir leisten eine 100-prozentige Preisgarantie“, betont Dahl.

Die Familie Alsted kaufte 1978 das erste Eurodan-Typenhaus und wohnt bis heute dort. Foto: Paul Sehstedt

Eurodan Huse hat einen dicken Katalog mit vielen Vorschlägen. Hat der Kunde erst seine Wünsche vorgetragen, gehen die Mitarbeiter daran, den Traum vom Eigenheim für den kommenden Hausbesitzer umzusetzen. Etwa 180 Handwerker, Konstrukteure, Inspekteure und Angestellte arbeiten für die Rothenkruger Firma, die auch zahlreiche Subunternehmer unter Vertrag hat.

Kontinuität ist wichtig

„Stabile Verbindungen und tüchtige Mitarbeiter, von denen manche schon über 25 Jahre bei uns arbeiten, sind wichtig für das Unternehmen“, unterstreicht NC Dahl, der seit dem Generationswechsel 2010 den Posten des Vorstandsvorsitzenden bekleidet. Das Tagesgeschäft, in das er sich grundsätzlich nicht einmischt, wird vom ältesten und jüngsten Sohn geführt, während der mittlere sich ganz dem Reitsport verschrieben hat und demnächst die Farben Dänemarks bei der Dressurreitweltmeisterschaft in den USA vertreten wird.

„Ein Einfamilienhaus ist typisch zwischen 160 und 170 Quadratmeter groß, und die durchschnittliche Bausumme beträgt rund 12.000 Kronen pro Quadratmeter“, sagt Dahl. Das gab Eurodan Huse 2017 einen Nettoumsatz von etwa 761 Millionen Kronen.

„Ich hatte nie Schwierigkeiten in der Schule“, erinnert sich der 71-Jährige und trotz Drängens seines Schullehrers wollte er Zimmerer werden – weil mein Vater das auch gerne hätte sein wollen, aber nicht durfte wegen der Eltern.

„Niels Christian ist stur, aber wohlbegabt“, schrieb ihm der Lehrer ins Zeugnis. Mit diesen Eigenschaften hat er sich in einer hart umkämpften Branche bewährt.

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