Segelyacht

Umweltfreundlicher E-Antrieb für das Projekt „Najaden S/Y“

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Das "neue" Elektro-Segelboot im Modell. Foto: Karin Riggelsen

Bei Flaute kommt der Schärenklipper bald lautlos voran. Die Stiftung des Energiekonzerns SydEnergi, SE Vækstfond, spendete 100.000 Kronen und ist jetzt Großsponsor des Unterfangens.

Bei Flaute kommt der Schärenklipper bald lautlos voran. Die Stiftung des Energiekonzerns SydEnergi, SE Vækstfond, spendete 100.000 Kronen und ist jetzt Großsponsor des Unterfangens.

Segelboote gleiten lautlos durchs Wasser, wenn der Wind weht. Die Najaden wird auch bei Flaute lautlos die Wogen pflügen können, denn künftig wird ein Elektromotor vom Asmo Marine geräuschlos den eleganten Schärenkreuzer antreiben. Darauf ist die Arbeitsgruppe um die Najaden S/Y besonders stolz, als sie kürzlich die neue Errungenschaft der Öffentlichkeit am Aabenraa Sejl Club vorstellte.

„Unser Boot wird sicherlich das erste mit einem Innenbord Elektromotor in Nordschleswig sein“, so der Vorsitzende Bjarne Jensen. Die „Najaden“ wurde 1920 bei Bootsbaumeister Petersen in Aarhus auf Kiel gelegt und auf den Namen „Dia“ getauft. Drei Jahre später kam sie nach Sonderburg, wo der neue Besitzer sie auf den Namen „Najaden“ umbenannte. Nach einem Schiffbruch vor Nordalsen in den 50er Jahren wurde sie von einem Schiff-Berger nach Apenrade verfrachtet, wo sie verschiedene Besitzer hatte, u. a. Calmar Nielsen, der sie später für die symbolische Summe von einer Krone an die jetzige Besitzergruppe veräußerte, die das Boot vor dem Abwracken auf einem Sonnenwendfeuer retten wollte.

Im Laufe der Jahre wurde die Segelyacht umgetakelt und erhielt einen einzylindrigen Marstal Motor, der später zweifach ausgetauscht wurde, zuletzt mit einem Zweizylinder Marstal. Die Antriebswelle und Schraube wurden backbordseitig aus dem Rumpf gelegt, eine brauchbare aber nicht optimale Lösung.

Im Zuge der seit über einem Jahrzehnt anstehenden Restaurierungsarbeiten wurde der Marstal Motor ausgebaut, und auch die Antriebswelle nebst Schraube verschwanden. Auf einen alternativen Antrieb sollte die „Najaden“ aber nicht verzichten, und daher entschloss sich die Gruppe für einen Elektroantrieb.

Da die Präambel des Projektes die Rückführung des Schärenkreuzers in den Originalzustand vorschreibt, ist der Einbau des Elektroantriebes ein Schritt in diese Richtung. Die Welle wurde durch einen neuen Kiel, der aus afrikanischem Irokoholz gefertigt ist, gelegt und die Bootsschraube sitzt vor dem Ruder. „Diese traditionelle Auslegung verbessert die Handhabung in Häfen wesentlich“, erläutert Bjarne Jensen das Detail.

Der Thoosa 5000 vom Hersteller Clean-E-Marine leistet 5,5 KW oder 7,4 PS. Er bringt den gleichen Effekt auf die Antriebswelle wie ein 14 PS starker Dieselmotor. Die Vorteile des Thoosa 5000 liegen darin, dass er eine kompakte Verbauungsgröße hat und geringeres Gewicht auf die Waage bringt. „Trotz der zwei 48-Volt-Batterien ist die Elektroinstallation weitaus leichter als ein Dieselmotor. Den neuen Motor konnten wir platzsparend unter der Treppe montieren“, sagt Bjarne Jensen.

Das Projekt „Najaden S/Y“ – S/Y steht für körperschaftseigene Yacht – wird teils durch Naturalien, teils durch Geldspenden finanziert. Hinzu kommt der kostenlose Einsatz der Arbeitsgruppe. Die Najaden soll im nächsten Jahr wieder Wasser unter den Kiel bekommen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“