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Umgekippter Tanklaster: Bis Mitternacht gekämpft und gewonnen

Umgekippter Tanklaster: Bis Mitternacht gekämpft und gewonnen

Gekippter Tanklaster: Bis Mitternacht gekämpft und gewonnen

Klipleff/Kliplev
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Der Treibstofftank des Tanklasters war beim Unfall leckgeschlagen. Zum Glück aber hielt der Gefahrenguttank dicht. Foto: Polizei für Nordschleswig und Süddänemark

Bis in die späten Abendstunden waren die Rettungskräfte an der Autobahn bei Klipleff im Einsatz. 1.000 Liter Diesel versickerten im Erdreich.

Die Bergung des verunglückten Gefahrengutlasters hat sich offensichtlich deutlich schwieriger gestaltet als zunächst vom Einsatzleiter angenommen. Erst gegen Mitternacht konnte am Montagabend die Autobahn E45 bei Klipleff in nördlicher Richtung komplett freigegeben werden.

24.000 Liter Eisenchlorid im Tank

Der Tanklaster, der mit 24.000 Litern der Chemikalie Eisenchlorid geladen war, geriet gegen 3.30 Uhr in der Nacht zu Montag von der Fahrbahn ab und blieb kopfüber im Straßengraben liegen. Obwohl der Tank zum Glück nicht leckgeschlagen war, ließ sich ein Abpumpen der Chemikalie in einen Speziallaster nicht so einfach bewerkstelligen.

Der Lkw kam etwa 1.500 Meter vor der Ausfahrt Klipleff von der Fahrbahn ab. Foto: Karsten Sörensen

„Einen geeigneten Tanklaster zu finden, ist dabei schon eine gewisse Schwierigkeit. Eisenchlorid, noch dazu in dieser Menge, kann nur in geeigneten Speziallastern transportiert werden. Dass es einige Zeit dauert, bis ein solches Fahrzeug gefunden wird und bis es dann auch vor Ort sein kann, sagt sich von selbst. Wir hatten dabei noch Glück. Der einzige geeignete, noch dazu freie Tanklaster befand sich in Mitteljütland. Selbstverständlich dauert es dennoch seine Zeit, bis er dann in Klipleff war“, erzählt Steen Maybom, der als Havarieagent des Rettungsunternehmens Falck die Aktion überwachte.

Mehrere Pumpen verschlissen

„Die nächste Schwierigkeit war es, geeignete Pumpen ausfindig zu machen, um das Eisenchlorid von dem havarierten Tank in den anderen Laster hinüberpumpen zu können. Zum Glück verfügten die Kollegen von der Bereitschaftsbehörde über das nötige Material“, stellt Maybom fest. Das Abpumpen der Chemikalie stellte große Anforderungen an das Material. „Ich glaube, wir haben drei bis vier Pumpen verschlissen, bis der Tanklaster komplett geleert war“, so der Havarieagent.

Der Lastzug hatte Eisenchlorid mit der Gefahrstoffnummer 80-2582 geladen. Foto: Karsten Sörensen

Bevor jedoch überhaupt mit dem Pumpvorgang begonnen werden konnte, musste das Fahrzeug aufgerichtet werden. „Zu dem Zeitpunkt konnten wir noch nicht sicher sein, dass der Tank keinen Schaden genommen hatte. Außerdem bestand die Gefahr, dass die Luken bei dem Aufrichtemanöver aufspringen könnten – mit fatalen Umweltschäden zur Folge“, schildert der Havarieagent die durchaus dramatische Situation.

1.000 Liter Diesel im Erdreich versickert

Gegen 21 Uhr war der verunglückte Tanklaster geleert und schließlich von der Autobahn entfernt worden. Anschließend waren die Bergungsmannschaften noch ein paar Stunden mit Aufräumarbeiten beschäftigt, da der Dieseltank bei dem Unfall aufgerissen wurde und so rund 1.000 Liter Diesel-Kraftstoff ausliefen. „Wir haben noch das verseuchte Erdreich abtragen und fortschaffen müssen. Das dauerte dann noch ein paar Stunden, bis die Autobahn wieder komplett freigegeben werden konnte“, so Maybom. Im Einsatz waren die freiwilligen Feuerwehrleute aus Pattburg, Holebüll und Apenrade, sowie Mitarbeiter der Bereitschaftsbehörde in Südjütland, unterstützt von Fachleuten des Unternehmens Akut Miljø Service ApS.

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