Region Süddänemark

Tietje Senior hat es kommen sehen

aha/Mette Thomsen/JV
Behrendorf/Bjerndrup
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Der Regionsratssaal in Vejle. Foto: Cornelius von Tiedemann

Ab dem 1. Januar ist der frühere Bürgermeister von Lundtoft ohne politisches Amt – sowohl kommunal als auch regional.

Seit 1998 hat der Behrendorfer Hans Philip Tietje mit kurzen Unterbrechungen einen Sitz in einem Kommunalrat gehabt. 2002 wurde er Bürgermeister der damaligen Kommune Lundtoft, die er dann in die „reformierte“ Großkommune Apenrade führte. Außerdem war er seit 2009 Mitglied des Regionsrates und hatte in dieser Verbindung auch mehrere politische Ämter in der Region und in der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig.

Ab dem 1. Januar ist der Venstre-Mann „arbeitslos“, zumindest ist der 67-jährige zum ersten Mal seit 20 Jahren ohne politisches Amt. Weder bei den Kommunal- noch bei den Regionswahlen erhielt er die notwendige Rückendeckung der Wähler. So komplett, ohne politisches Amt zu sein, wird sicherlich merkwürdig sein.
Aber der erfahrene Politiker war darauf vorbereitet, dass es nicht reichen könnte. Bei den Kommunalwahlen vor vier Jahren erhielt er auch nicht genügend Stimmen, rückte nach dem Tod seines Parteikollegen Tim Wulff doch in Apenrader Stadtrat nach.

Reines Elend

Mit 82 persönlichen Stimmen blieb er in diesem Jahr doch deutlich unter seinen eigenen Erwartungen. „Das war reines Elend“, räumt Tietje ein. Er hat allerdings auch eine plausible Erklärung. „Ich habe mich nicht so sehr mit dem Lokalbereich beschäftigt, sondern habe mich auf die gesamte Kommune konzentriert. Und wenn so viele starke Venstre-Kandidaten aus meinem Bereich – Klipleff, Feldstedt und Warnitz – kommen, sind keine Stimmen für mich übrig“, lautet seine Erkenntnis.

Dass es in der Region dieses Mal auch nicht reichen könnte, war ihm klar, als die Schleswigsche Partei sich dazu entschied, eigene Kandidaten ins Rennen zu schicken. „Ich weiß, dass ich früher einen Teil der SP-Stimmen aus den nordschleswigschen Kommunen bekommen habe“, sagt Tietje, der sich unter den Voraussetzungen freut, dass es dennoch 1.668 persönliche Stimmen auf Regionsbasis wurden.

Hans Philip Tietje hängt jetzt die politische Karriere an den Nagel. „Ich habe keine politischen Ambitionen mehr. Ich habe meinen Teil geleistet“, findet er.
Er kann sich aber darüber freuen, dass sein Sohn Philip Tietje wieder gewählt wurde. Tochter Karina, die 2009 in den Apenrader Stadtrat gewählt wurde, 2013 zwar nicht wiedergewählt wurde, aber wenige Wochen später für die verstorbene Parteikollegin Mette Hørlück nachrückte, hatte sich in diesem Jahr gegen eine Kandidatur entschieden.

Die Familienehre der Tietjes lastet in der bevorstehenden Legislaturperiode allein auf den Schultern des 40-jährigen Philip, der als Lehrer an der Schule in Broacker tätig ist.

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