Sommerfest

Am Svinget lief es rund

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Karin Riggelsen

Sommerfest der deutschen Vereine und Institutionen in Apenrade. Schule feierte außerdem ihren 70. Geburtstag.

Jauchzende Kinder, viele bekannte Gesichter, jede Menge Aktivitäten und auch ruhige Ecken zum „schnacken“: Meine alten Schulen, die Deutsche Privatschule Apenrade und das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig feierten Donnerstag gemeinsam mit den deutschen Vereinen am Svinget ihr jährliches Sommerfest.
Vor fast 50 Jahren bin ich Ende der 60’er erstmals mit Schlips und Kragen hier angekommen. Die Vorhalle war damals noch offen und jeden Morgen reihten wir uns hier hintereinander in unseren Klassen auf. Erst danach schickte uns Schulleiter Peter Sönnichsen in die Klassen. Die kleine Turnhalle war damals riesig groß und die gesamte Schule um einiges kleiner als heute.

Mitten auf dem Festplatz Svinget wird wieder gebaut. Über einige Jahre entstehen an der DPA neue Räumlichkeiten – genau dort wo wir seinerzeit in Pavillons unterrichtet wurden. Es ist der zweite große Neubau der DPA, die stetig wächst – wie auch die Anforderungen an eine moderne Schule. Alte Schulkameraden sind auch unter den vielen Gästen. Sie haben jetzt eigene Kinder an der Schule. So schließt sich für viele der Kreis. Das gleiche gilt für einige Lehrer, die sowohl Eltern als auch deren Kinder an der DPA unterrichtet haben.

Sigrid und Peter Hermann schauen vorbei. Beide waren Lehrer an der Privatschule: Peter fing 1969 als Junglehrer in Apenrade an und seine Frau kam wenige Jahre später. Sie kennen viele der Gäste – und auch sie werden wieder erkannt. So fühlt sich am Svinget alles sehr familiär an. Die Schule verbindet – auch über Jahre und Generationen.

Die Hermanns sind aber nicht die einzigen ehemaligen Lehrer. Aus meiner Zeit am Gymnasium sind auch Armin Feddersen und Ingo Diers da. Die Gedanken schweifen Jahrzehnte zurück. Auch als sich Sechstklässler Bendik von den beiden 2G’ern Minik und Konrad chemische Experimente zeigen lässt: Es brodelt und schäumt und Bendik ist sich sicher, dass er auch Mal ans DGN will. Auch wenn die beiden Gymnasiasten keine ihrer Schokoküsse abgeben – die sind nur für die Experimente da...

Auffallend an diesem Nachmittag die vielen dänischen Familien, die ihre Kinder an die deutsche Schule schicken. Das gab es in meiner Zeit nicht. Heute fühlen sich auch diese Familien in der Gemeinschaft der Minderheit wohl. Welch eine schöne Entwicklung. Deutsch-dänisches Grenzland eben. Und meine alte Schule ist nicht alt. Sie ist jung geblieben, trotz ihrer 70 Jahre.

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