Erste Hilfe

Spielerisch Lebenretten lernen: Ocean Rescue Camp an der Förde

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Potenzielle Lebensretter müssen fit sein. Es wurden Armbeugen geübt und Sit-Ups. Offenbar waren sich aber nicht alle einig, was Sit-Ups sind... Foto: Gesche Picolin

Sportverband DGI ist diese Woche mit Lebensrettern am Sønderstrand. Schüler lernen Erste Hilfe bei Wasserrettung.

„Die Kinder sollen wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie in eine Situation kommen, wo jemand in Gefahr ist.“

Emil Kamuk Frederiksen Lebensretter von Trygfonden

Früh übt sich, wer einmal Lebensretter sein will. So treffen sich in dieser Sommerferienwoche 18 Schülerinnen und Schüler täglich am Sønderstrand, um mit den Trainern Kräfte zu messen. Die Kinder sind ab 9.30 Uhr da und danach drei Stunden zusammen. Der Name „Ocean Rescue Camp“ ist insofern etwas missweisend, als die Kinder nicht gemeinsam vor Ort übernachten. Allerdings verbringen einige die Woche bei den Großeltern in Apenrade.

Der 22-jährige Emil Kamuk Frederiksen ist Lebensretter bei Trygfonden. „Sicherlich erhoffen wir uns durch diese Aktion, den Nachwuchs für uns zu gewinnen.“ Die jungen Wasserratten haben sichtlich Freude an der Sache: Es wird um die Wette gelaufen, in der Hocke, geduckt und im Stehen „Schere, Stein, Papier“ gespielt und Sit-Ups trainiert, denn ein Lebensretter muss fit sein, sonst kann er nichts ausrichten.

Die Schüler hatten sich bei der Anmeldung einen Neoprenanzug in ihrer Größe bestellen können. Und die machen Spaß: Trainerin Sine Andersen weißt jedoch darauf hin, dass man vielleicht doch bis nach der Butterbrotpause wartet, den Anzug überzustreifen: „Die werden sehr warm.“ Cool sind sie aber allemal, die Anzüge: Christian, 11, August, 11 und Simon, 9, posieren als Supermänner. „Ich kann mir schon vorstellen, vielleicht einmal nebenberuflich in einer Schwimmhalle Lebensretter zu sein“, so Christian. „Das könnte mir auch gefallen“, fügt August hinzu.

Diese Woche aber geht es ums offene Meer, „Ocean rescue“ und es werden unterschiedliche Lebensrettungsmaßnahmen gezeigt. Kamuk Frederiksen: „Die Kinder sollen wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie in eine Situation kommen, wo jemand in Gefahr ist.“ Dazu haben die jungen Leute Dienstag mit dem „Torpedo“ geübt, einer Art Schwimmbrett, dass einem Erschöpften den nötigen Auftrieb im Wasser geben kann. „Zweck des Ganzen ist, dass die Kinder sich selbst, Freunde, Geschwister aber gegebenenfalls auch die eigenen Eltern retten können“, so Mads Hjort vom DGI, zuständig für Schwimmaktivitäten, in einer Pressemitteilung.

Am Montag machten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Neoprenanzügen vertraut, die auch das Schwimmen verändern. Dienstag ging es um Stärketraining und um erste Übungen mit dem Torpedo. Den Rest der Woche verbringt die Gruppe dann mit dem Defibrillator und den „Surfbrettern“, den überdimensionierten Lebensrettungsbrettern, wo man jemanden drauf transportieren kann.

Eine richtige Wasserratte ist die 13-jährige Lykke Staub Thomsen aus Rothenkrug. Sie trägt ein T-Shirt vom Taucherklub und war am Sonntag am Enstedter Strand beim Kindertauchen dem Gewitter entkommen (wir berichteten). Sie ist bereits Jugendtrainerin für Schnorcheln und derzeit dabei, ihr Zertifikat für das Tauchen mit Sauerstoffflasche zu machen. Den Ehrgeiz, Lebensretterin zu werden, hat sie nicht, findet es aber doch interessant. Und für Taucher sind solche Rettungsmaßnahmen allemal gut, in der Hinterhand zu haben. Früh übt sich.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Venstre-Wellen“