Wolfssichtung in Apenrade

„So ein Wolf ist ganz schön groß“

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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So ein Tier will eine Spaziergängerin in Apenrade gesehen haben. Foto: dpa (Symbolfoto)

Eine Spaziergängerin ist sich sicher, im Hjelm Wald in Apenrade einen Wolf gesehen zu haben. Hans Hinrich Matzen, der seinen Hof direkt am Wald hat, ist hingegen skeptisch, ob es wirklich ein Wolf war.

„Als ich vor einiger Zeit auf Facebook las, dass eine Joggerin auf ihrer Tour durch den Hjelm Wald einen Wolf gesehen hatte, dachte ich bei mir, dass sie sich sicherlich geirrt hat. Ich gehe schon seit Jahr und Tag meine Runde und habe noch nie ähnliche Beobachtungen gemacht“, sagt Anette Brink.

Seit Montagmorgen denkt sie anders. „Ich habe einen Wolf gesehen. Ich bin mir ganz sicher. Ich sah erst nur eine große Schnauze aus dem Dickicht hervorluken und blieb instinktiv stehen. Meine Englische Bulldogge Amanda verhielt sich auch ganz ruhig. Entweder hat der Wolf uns deshalb nicht gesehen oder uns komplett ignoriert. Er ging zumindest völlig ungerührt maximal 50 Meter vor uns über den Waldweg Richtung Kongehøj“, schildert die Hundebesitzerin ihre Beobachtung.

„Ich bin eigentlich keine Bangbüx, aber ich muss gestehen, das hat mich dann doch schockiert. So ein Wolf ist übrigens ganz schön groß, viel größer als ich dachte. Ich habe mir gleich meinen kleinen Hund geschnappt und bin zurück zum Auto“, sagt Anette Brink.

Keine Angst vor dem Wolf

Als der tägliche Gassigang gestern Morgen anstand, habe sie kurz überlegt, an anderer Stelle spazieren zu gehen. „Dann aber habe ich mir gedacht: Nein, so ein Quatsch. Ich bin jetzt so lange durch den Wald spaziert, ohne dem Wolf zu begegnen, warum sollte ich jetzt den Hjelm meiden. Ich denke nicht, dass man Angst haben muss. Wölfe haben an Menschen kein Interesse und sind scheue Tiere“, sagt sie.

Hier auf diesem Waldweg vom Parkplatz am Nørrehesselvej hat Anette Brink den Wolf gesehen. Kurz vorher führt rechts ein schmaler Pfad zum Kongehøj. Foto: Anke Haagensen

Der Spaziergang – vom Parkplatz am Nørrehesselvej rund um den Kongehøj – gestern früh verlief dann auch wie immer – ohne Wolfssichtung.

Hofbesitzer ist skeptisch

Hans Hinrich Matzen, der in unmittelbarer Nähe einen Hof besitzt, wundert die Beobachtung von Anette Brink. „Ich habe noch nie etwas gesehen, und auch die Pferde haben sich bislang nicht auffällig verhalten“, sagt er. „Ich kann es mir nicht vorstellen, aber ich kann es auch nicht ausschließen. Man soll nie nie sagen“, fügt er hinzu.

Noch eine Beobachtung

Walter Westergaard, der tagtäglich in den frühesten Morgenstunden bei seinen Kreaturen auf den Weiden unmittelbar am Waldrand nach dem Rechten schaut, hat Mitte der vergangenen Woche allerdings auch eine Beobachtung gemacht, die ihn ein wenig irritiert. „Ich habe tatsächlich ein Tier gesehen, das ich nicht richtig einzuordnen konnte. Es war aber bestimmt kein Wolf. Es hatte keinen Schwanz und hatte eine Schulterhöhe von etwa 40 bis 45 Zentimetern. An dem Morgen habe ich allerdings auch kein einziges Stück Rehwild angetroffen. Das sehe ich sonst immer morgens“, sagt Westergaard, der seine Beobachtung noch nicht richtig einzuordnen kann.

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