Aabenraa Byhistoriske Forening

So sollen die Touristen nach Apenrade kommen

So sollen die Touristen nach Apenrade kommen

So sollen die Touristen nach Apenrade kommen

Apenrade/Aabenraa
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Die Kanonenbatterie steht an historischer Stelle am Apenrader Ortseingang. Bürger und Touristen können dort jedoch nur zu Fuß hingelangen. Foto: Jan Peters

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Als großen Vorteil für alle sieht der Vorsitzende des Vereins den Bau eines Parkplatzes im südlichen Ortseingang. Er hofft deshalb auf politische Unterstützung und erklärt im Gespräch, welche positiven Folgen das haben könnte.

Rot angemalt und weithin sichtbar stehen die vier nach historischem Vorbild gefertigten Kanonen der „Kronprinsens Kanonbatteri“ am südlichen Ortseingang Apenrades, dort, wo sie ursprünglich auch Anfang des 18. Jahrhunderts platziert waren. Sie sind ein Blickfang und sorgen für Interesse nicht nur bei den Apendradern, sondern auch bei Touristen, die mit dem Auto an den gewaltigen Kriegswaffen vorbeifahren.

Parkplatznot

Es gibt jedoch ein Manko: Wer sich die Kanonen aus nächster Nähe ansehen oder mehr darüber wissen möchte, muss einen Fußmarsch von etwa zehn Minuten in Kauf nehmen, denn ein öffentlicher Parkplatz ist erst am Süderstrand (Sønderstrand) zu finden.

Das möchte der „Aabenraa Byhistoriske Forening“ jedoch ändern.

Wenn wir dort einen Parkplatz hätten, könnten Touristen direkt dorthin fahren und sich über die Kanonenbatterie informieren. Wir als Verein würden für eine Infotafel sorgen und im idealen Fall könnte dort eine kommunale elektronische Anzeigetafel stehen, auf der die neuesten Informationen angezeigt werden.

Svend Nielsen, Vorsitzender „Aabenraa Byhistoriske Forening“

„Wenn wir dort einen Parkplatz hätten, könnten Touristen direkt dorthin fahren und sich über die Kanonenbatterie informieren. Wir als Verein würden für eine Infotafel sorgen und im idealen Fall könnte dort eine kommunale elektronische Anzeigetafel stehen, auf der die neuesten Informationen angezeigt werden. Die Touristen könnten dann nach dem Stopp in die Innenstadt fahren und dort Geschäften und Cafés einen Besuch abstatten“, träumt der Vereinsvorsitzende Svend Nielsen und zählt damit gleich die Vorteile auf, die seiner Ansicht nach entstehen.

Günstiger Parkplatzbau

Doch ein öffentlicher Parkplatz muss von der Kommune geplant und angelegt werden. Auch die Kosten muss die Kommune tragen. Nielsen rechnet mit einer Summe von knapp einer Million Kronen, mit der der Bau zu Buche schlagen würde. Eine günstige Möglichkeit, um Menschen an die Förde zu locken, die sich auf Sicht rechnet, wie Nielsen findet.

Hinzu kommt: „Da früher die Hauptstraße dort entlanggeführt hat, ist der Untergrund sehr stabil. Es müsste keine aufwändigen Arbeiten durchgeführt werden, um den Parkplatz bauen zu können“, so der Vereinsvorsitzende.

Viele Tourismuspläne

Und wenn auf der Fläche, die derzeit nicht genutzt wird und als „toter“ Stadtraum bezeichnet werden kann, ein Parkplatz entstünde, „dann könnten auch Busse dort halten. Dann könnten ganze Touristengruppen dort stoppen und die „Kanonengilde“ könnte Salutschüsse abfeuern, so wie wir es heute schon machen“, so Nielsen. Er sieht den Besuch der Kanonenbatterie als Reiseangebot für geschichtlich und kulturell interessierte Menschen, das in Verbindung mit Besuchen im Schifffahrtsmuseum und dem Schloss Brundlund durchgeführt werden könnte.

Den Plan verfolgt der „Aabenraa Byhistorisk Forening“ schon länger, und Svend Nielsen versucht auf politischer Ebene Werbung zu machen – bisher jedoch ohne Erfolg, wie er berichtet. Er wolle jedoch nicht aufgeben und hat weitere Gespräche mit Stadtratsmitgliedern in seinem Kalender stehen, „denn wir haben als Stadt so viel zu bieten und das soll den Leuten gezeigt werden“, sagt er.

Aabenraa Byhistorisk Forening

Der Verein „Aabenraa Byhistorisk Forening“ setzt sich dafür ein, die Apenrader Stadtgeschichte weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen und finanzielle Hilfe und Beratung bei der Bewahrung der Besonderheiten und der Identität der Stadt zu geben.

Das wird verfolgt durch:

  • Vermittlung der Stadtgeschichte durch historische Veranstaltungen wie beispielsweise Führungen
  • Herausgabe von historischen Büchern u. ä.
  • Sicherung von historischen Gebäuden mithilfe der vereinseigenen Stiftung (Byhistorisk Forenings Bevaringsfond)

Darüber hinaus hat der Verein in eigener Regie die Schlossmühle am Schloss Brundlund renoviert und dort ein Café eingerichtet, das von Freiwilligen betrieben wird. Der Überschuss fließt zurück in die Instandhaltung der Mühle.

Apenrader Kanonengilde

Die Apenrader Kanonengilde wurde am 27. Mai 1999 vom Verein der Apenrader Museumsfreunde gegründet. Hintergrund der Gildengründung war die Tatsache, dass mehr oder weniger zufällig entdeckt wurde, dass zwei alte Kanonenrohre, die an der Schiffbrückstraße als Toreinfahrtpfosten ein tristes Dasein fristeten, der Fregatte Aurora zugeordnet werden konnten.

Dieses Schiff wurde 1808 auf der Apenrader Werft gebaut.

Die Fregatte hatte eine 14-köpfige Besatzung und war mit zwei in Schweden eingekauften Sieben-Pfund-Kanonen bestückt, um sich gegen Piraten zu schützen.

Bereits 1835 wurde die Aurora abgewrackt; die Kanonen wurden dem erwähnten Verwendungszweck zugeführt. Bis 1990 standen sie in der Apenrader Schiffbrückstraße. Dann nahm sich der Lokalhistorische Verein Apenrades der Kanonen an. Sie wurden restauriert, und schließlich gründete man die Kanonengilde.

Einige Mitglieder ließen sich als Kanoniere ausbilden, und seitdem werden die Kanonen bei festlichen Anlässen hervorgeholt und in Stellung gefahren.

Die Gilde hat vor einigen Jahren begonnen, die „Kronprinsens Kanonbatteri", die Apenrade vor Feinden von der Wasserseite aus schützen sollte, nachzubauen. Vier Kanonen zählt die Batterie inzwischen, die fast an dem Ort stehen, an dem ihre historischen Vorbilder noch 1809 standen.

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Anke Krauskopf
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