Biologieunterricht

Ein Seesternchen zum Streicheln

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Sandskær
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Ganz viel Spaß hatten die Kinder beim Naturkundeunterricht am Strand von Sandskær. Foto: Karin Riggelsen

Biologieunterricht am Strandsaum von Sandskær: Kinder verloren Angst vor Krebsen und lernten männliche von weiblichen zu unterscheiden.

Biologieunterricht am Strandsaum von Sandskær: Kinder verloren Angst vor Krebsen und lernten männliche von weiblichen zu unterscheiden.

Skeptisch und neugierig zugleich blickt der dreijährige Villum in das Aquarium, das mit Krebstieren, Muscheln und Fischchen gefüllt ist. Als Conzetta, seine Erzieherin aus dem Naturkindergarten Boiskov, ihre Hand ins Wasser steckt, um einen der kleinen Krebse herauszufischen, läuft ihm sichtbar ein Schauer über den Rücken. Ganz geheuer ist ihm nicht angesichts der zappelnden Scheren – auch wenn das ganze Tierchen kaum größer als sein Daumennagel ist.

Den Kindern die Angst vor den Tieren zu nehmen und das Interesse für die heimische Flora und Fauna zu wecken, sind die primären Aufgaben, die sich die Naturabteilung der Kommune Apenrade selbst auferlegt, wenn sie im Sommer mit ihrem mobilen Klassenzimmer, dem „Mobillen“, die verschiedenen Strände in der Kommune ansteuert. Gestern hatten die Tina Hjørne und Anders Hansen, beide Biologen der Kommune, einen einfachen Tisch am Strandsaum von Sandskær aufgestellt, hatten Kescher, Wasserlupen, Eimer und ein paar große Kunststoffaquarien mitgebracht. Binnen kürzester Zeit waren die Behälter mit allerhand Pflanzen und Getier gefüllt. Für die Biologen war besonders die Tatsache, dass die Kinder in Sandskær so viele schöne Seesterne an Land brachten, sehr interessant. Der „Mobillen“ war in dieser Woche bereits in Gjenner und in Loddenhoi, doch keine der Stellen hatten die Kinder Seesterne gekeschert. Eine unmittelbare Erklärung haben die beiden Biologen zwar nicht, vermuten aber, dass es mit den Windverhältnissen und Temperaturen in den vergangenen Tagen und Wochen zusammenhängen könnte.

Stichlinge in allen Größen schwimmen in einem Aquarium umher, auch die haben die Kinder mit den Kescher direkt an der Strandkante gefangen. Die allermeisten sind Seenadeln, nur in einem Fall muss Anders Hansen sein Bestimmungsbuch zücken. Er ist sich unschlüssig, blättert hin und her, um t dann begeistert festzustellen: „Tatsächlich, das ist ein Seestichling! Den sehe ich hier zum ersten Mal.“

Viele Fragen

Inzwischen werden er und seine Kollegin Tina von den Kindern mit Fragen bombardiert: „Ist das ein Mädchen oder ein Junge? – Wie groß wird er denn? – Was frisst er? – Ist er gefährlich?“ Auf alle Fragen antworten die beiden mit großer Geduld, wenn sie denn die Antwort wissen und manchmal müssen sie in ihren Büchern nachschlagen. In den allermeisten Fällen können die Beiden antworten. Allerdings nicht immer. Dann geben sie es auch offen zu.

Nicht bei allen Tieren kann man mit dem bloßen Auge das Geschlecht unterscheiden, bei der Strandkrabbe schon. „Bei einem Männchen ist der Hinterleib scharf dreieckig im Panzer eingelassen, bei den Weibchen ist er wesentlich breiter.“ Die allermeisten der gefangenen Krebse sind Männchen stellen die Kinder fest, nur die achtjährige Lykke kann stolz ein Weibchen präsentieren, das dazu noch besonders gefärbt ist. Es hat mitten auf dem Rücken einen schwarzen Fleck.
Inzwischen traut sich der kleine Villum schon fast mit der Nase an die Aquariumscheibe, aber in die Hand nehmen, will er weder einen Seestern noch einen Krebs. Er schüttelt sich, geht ein paar Schritte zurück, schaut aber fasziniert zu, als die Kollegen aus dem Naturkindergarten „todesmutig“ sich einen Krebs oder Seestern aus dem Schaubecken greifen…

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