Wegen Lawinengefahr

Schneeballschlacht statt Abfahrtslauf

Schneeballschlacht statt Abfahrtslauf

Schneeballschlacht statt Abfahrtslauf

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Daumen hoch und durch: Wenn die Pisten gesperrt sind muss man sich eben was anderes ausdenken. Foto: privat

Die beiden neunten Klassen der Deutschen Privatschule Apenrade sind zum Skifahren nach Österreich gefahren. Wegen des vielen Schnees und Lawinengefahr aber bleibt ihnen jener Spaß verwehrt. Doch Not macht erfinderisch.

Die Abschlussklassenfahrt der insgesamt 25 Schüler und vier Lehrkräfte der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) nach Neukirchen in Österreich bietet nicht so viel Gelegenheit zum Skifahren wie erwartet.

„Wir sind Sonntag in Apenrade losgefahren und waren Montag früh da. Am ersten Tag konnten wir Ski fahren; am zweiten dann nur noch den halben Tag“, so Lehrer Tobias Köstlin.

Die ersten Tage konnten sie noch Ski fahren. Foto: Privat

Denn seither besteht Lawinengefahr, und die Pisten sind gesperrt. „Wir richten uns natürlich nach den ausgegebenen Sicherheitsmaßnahmen“, so Köstlin.

Der Großvenediger ist am Donnerstag trotz seiner 3.657 Meter Höhe kaum noch mit dem bloßen Auge auszumachen.

Diesig mit viel Schnee: Der Großvenediger ist kaum mehr zu erkennen. Foto: Privat

Das Hotel Neuhof aber ist bestens vorbereitet auf die Gäste, die die Zeit mit Karten- und Brettspielen verbringen. „Wir sind hier gut versorgt“, so Köstlin.

Und draußen gibt es derweil veritable Schneeballschlachten. Eine Klasse mit 17 Schülern im gleichen Alter wie die Apenrader, aus Satrup bei Flensburg, ist im gleichen Hotel untergebracht. Gemütlich wird es dann mit heißem Kakao.

Und so verbringen sie alle eine gemütliche Zeit. Zumindest der schlimmste Muskelkater bleibt den Schülern ja erspart.

„Wir hoffen, am Sonnabend zurückfahren zu können“, so Köstlin, der diesbezüglich zuversichtlich ist, und fährt fort: „Die Straßen werden geräumt.“

Das sagt der Betreiber des Gasthofs

Peter Graber, Betreiber des Alpengasthofs Neuhaushof, äußert sich gegenüber unserer Zeitung zuversichtlich: „Es gibt wesentlich schlechtere Orte, um eingeschneit zu sein.“ Sein Gasthof liegt auf 1.130 Metern am Berg.

Auf die Frage nach möglichen Versorgungsengpässen antwortet er: „Wir könnten die Schüler hier zwei bis drei Monate durchfüttern. Wir haben 20 Stück Rindvieh für Milch morgens und abends, und sechs Hühner haben wir auch. Aber da kann dann nicht jeder täglich ein Frühstücksei erwarten.“

Was die Wetterlage angeht, berichtet er von einem schönen Winter: „Am 30. Dezember begann es zu schneien. Es war immer kalt, sodass der Schnee sich nicht komprimierte.“ Für Freitag aber ist die Wetteraussicht wärmer, „da wird sich der Schnee setzen. Die werden dann einen Hubschrauber einsetzen, wenn’s schön ist, und sich einen Überblick verschaffen.“

Die Straßen werden geräumt, so Graber, aber „heute wurden sie gesperrt, wegen der Lawinengefahr. Heute ist der erste Tag, wo die Bahn nicht fährt.“

Schlimmer erwischte es am Mittwoch eine Schülergruppe aus Halle (Saale).

Sechs Schüler, die ebenfalls ihn Neukirchen Skiferien machen, wurden von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet. Laut Polizei überlebten alle nahezu unverletzt.

https://www.shz.de/deutschland-welt/panorama/Lawinengefahr-Noch-mehr-Sc…

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