Seltener Gast

Proviant für die Inspektionstour

Proviant für die Inspektionstour

Proviant für die Inspektionstour

Apenrade/Aabenraa
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Die „Jens Sørensen" im Apenrader Nyhavn Foto: Paul Sehstedt

Die „Jens Sørensen“ der dänischen Wasserstraßenverwaltung (dänisch: Farvandsvæsen) ist nicht so häufiger Gast im Apenrader Hafen. Was macht das Schiff da und wer war eigentlich Jens Sørensen? „Der Nordschleswiger“ ging beiden Fragen nach.

Am Freitag lag die „Jens Sørensen“ aus Kopenhagen im Apenrader Nyhavn. Es handelt sich dabei um ein Inspektions- und Tonnenlegerschiff der dänischen Wasserstraßenverwaltung (Farvandsvæsen). „Das Schiff befindet sich auf Inspektionstour in der Gegend. Der Zwischenstopp in Apenrade war rein zu Proviantierungszwecken“, lautet die Information von der wachhabenden Steuerfrau auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Vielfältiger Aufgabenbereich

Die „Jens Sørensen“ ist etwa 49 Meter lang und elf Meter breit. Sie hat einen Tiefgang von 3,1 Metern. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von maximal zwölf Knoten. An Bord befindet sich ein Kran. Er verfügt über eine Kapazität von zehn Tonnen bei einer Ausladung von 13 Metern. Die Mannschaft legt nicht nur Seezeichen aus und inspiziert diese regelmäßig, sondern nimmt auch gewässerkundliche Aufgaben wahr. Außerdem kann die „Jens Sørensen“ als Hilfsschiff bei Havarien, Bergungsaktionen und Taucheinsätzen angefordert werden.

Der Namensgeber

Das Schiff ist nach dem einstigen Seekartendirektor Jens Sørensen (1646-1723) benannt. Sørensen wurde in Sølvesborg in Blekinge geboren, das zu damaliger Zeit noch dänisch war. Sein Vater war dort Kaufmann. Schon als Kind fuhr er auf den Handelsschiffen seines Vaters mit und stellte dort fest, dass die Seekarten doch sehr ungenau waren.

Doch das würde erst später Relevanz bekommen, denn der junge Jens Sørensen wurde zunächst Kaufmann wie sein Vater.

Der Nordische Krieg trieb ihn nach Køge

Blekinge kam 1658 unter schwedische Herrschaft. Der schwedische König verbot den Kaufleuten den Auslandshandel. 1675 wollte Dänenkönig Christian V. die verlorenen Provinzen Schonen/Skåne, Halland und Blekinge zurückholen und griff Schweden an. Sørensen sah sich deshalb nach einem neuen Domizil für sich, sein Geschäft und seine Familie um und landete in Kristianssand. Dort blieb er jedoch nur kurze Zeit, weil der Krieg dann auch dorthin kam. Jens Sørensen zog daraufhin mit Familie und Geschäft ins dänische Køge auf Seeland/Sjælland.

Vom Kaufmann zum Seekartendirektor

Seine Berühmtheit erlangte er allerdings nicht als Kaufmann. 1688 machte er nämlich dem dänischen König das Angebot, neue Seekarten für die dänischen Hoheitsgewässer erstellen zu wollen. Der König nahm nicht nur Sørensens Angebot an, sondern machte ihn sogar zum Seekartendirektor, was er auch bis zu seinem Tod 1723 blieb.

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