Umwelt und Verkehr

Politiker: Fähre nach Barsö soll elektrifiziert werden

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Michael Christensen
Michael Christensen wünscht sich eine umweltfreundliche Verbindung zwischen Festland und Barsö. Foto: Aabenraa Kommune

Michael Christensen aus dem Apenrader Stadtrat wünscht sich eine umweltfreundliche Überfahrt auf die Insel vor Genner. Im Folketing soll der Weg geebnet werden.

Barsöfähre

DIE BARSÖFAHRE

Die kleine Fähre fährt wochentags acht Mal von Barsø Landing auf dem Festland auf die Insel – und jeweils 15 bis 30 Minuten später wieder zurück. Am Wochenenden und Feiertagen fährt sie jeweils fünfmal hin und zurück. Sie dient der Inselbevölkerung neben dem Personentransport auch als Milchlieferant. Maximal dürfen 24 Personen an Bord gehen – gerade genug, um die gesamte Inselbevölkerung mitzunehmen.

Bis die noch immer aktive Barsöfähre 1980 eingesetzt wurde, gab es keinen Fährbetrieb für Kraftfahrzeuge. Die jetzige Fähre wurde in der Apenrader Werft gebaut und 2002 um drei Meter verlängert.

Für die Insulaner ist die viertelstündige Überfahrt kostenlos. Andere zahlen 45 Kronen (Kinder 23 Kronen). Kraftfahrzeuge kosten extra und dürfen nur mitgenommen werden, wenn man ein Haus gemietet hat oder ein besonderes Anliegen auf der Insel nachweisen kann. Betreiber ist die Kommune Apenrade.

Michael Christensen aus dem Apenrader Stadtrat wünscht sich eine umweltfreundliche Überfahrt auf die Insel vor Genner. Im Folketing soll der Weg geebnet werden.

Wenn die Barsöfähre irgendwann ausgetauscht werden soll, dann bitte gegen eine Elektro-Fähre. Das wünscht sich der Apenrade Stadtratsabgeordnete Michael Christensen von den Volkssozialisten (SF). Seit 1980 tuckert die jetzige Fähre treu zwischen Festland und Insel hin und her – mit Urlaubern, Milch, Traktoren oder Lkws beladen.

Christensen meint, eine Elektrofähre wäre nicht nur umweltfreundlich – sie würde die Überfahrt auch angenehmer machen. Er beruft sich bei seinen Äußerungen auf eine Studie des Unternehmens Siemens, derzufolge die Umrüstungvon 39 von 52 dänischen Fähren, darunter die Barsöfähre, zu empfehlen sei. Auch wenn Siemens als Produzent von Elektromotoren ein Eigeninteresse an der Umrüstung hat, glaubt Christensen der Argumentation: "Alle gewinnen, wenn wir die Fähre auf Elektrobetrieb umrüsten", sagt er. "Die Betriebs- und Instandhaltungskosten sinken, die Umweltbelastung sinkt und die Fähre macht weniger Lärm und ruckelt weniger."

Im Folketing wird bereits ein Antrag vorbereitet

Er wolle nun die Möglichkeiten ausloten und in Erfahrung bringen, wie schnell ein Umstieg möglich wäre. Sein Parteifreund Karsten Hønge, Abgeordneter im Folketing, bereitet zum Thema gerade einen Entschließungsantrag vor. Ziel: Fährbetreibern soll der Umstieg schmackhaft gemacht werden. "Fähren, die mit Brennstoff fahren, werden niemals umweltfreundlich", sagt er.

Bei der Initiative haben die Volkssozialisten auch den Arbeitsmarkt im Blick. Der Bau der weltweit größten Elektrofähre in der Søby Werft auf Ærø habe für 40 neue Arbeitsplätze gesorgt, das Interesse am Umstieg sei europaweit groß, berichtet Christensen.

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