Baumsterben

Pappelallee schwächelt – soll aber mit viel Liebe bewahrt werden

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Die Pappelallee am Mühlenstrom – unter Apenradern als Liebesallee bekannt. Foto: Karin Riggelsen

Den Bäumen der Apenrader „Liebesallee" geht es nicht gut. Apenrade will einen Plan für den Pfad; Kurt Andresen (SP) möchte eine Lösung für das gesamte Gebiet.

Die Pappelallee entlang des Apenrader Mühlenstroms – unter Apenradern als Liebesallee bekannt – ist ein Wahrzeichen der Stadt. Auch unter Experten gilt der Pfad, der den Vestvej und den Dr. Margrethesvej verbindet, als ein Musterbeispiel der Gartenarchitektur. Aber die Pappelallee schwächelt.

„Es geht der Allee richtig, richtig schlecht“, sagt Stig Werner Isaksen, Direktor der Abteilung für Kultur, Umwelt und Wirtschaft der Kommune Apenrade.

Lebenszeit: 50 bis 60 Jahre

Das ist nichts Neues. Die Allee, die 1950 von J. P. Junggren Have und Th. Sørensen entworfen und angelegt wurde, strauchelt seit einigen Jahren. Pappeln werden in der Regel 50 bis 60 Jahre, und in den vergangenen zehn Jahren sind einzelne Bäume bereits gefällt worden.
Jetzt müssen in Kürze weitere Bäume abgesägt werden, „bevor Spaziergänger von Ästen oder Bäumen erschlagen werden“, sagt Isaksen.
Die Arbeiten beginnen bald, aber um wie viele Bäume es sich diesmal dreht, konnte Isaksen nicht sagen.

Allerdings wird es jetzt notwendig, einen Plan für die Pappelallee zu erstellen. Den wird die technische Verwaltung erarbeiten, damit die Politiker eine Entscheidung treffen können. „Es wird verschiedene Modelle geben“, so der Direktor. Eines könnte sein, dass man die Pappelallee mit den Lücken so stehen lässt wie heute. Eine andere, dass man neue Pappeln dort pflanzt, wo alte Bäume gefällt werden müssen. Eine dritte, dass man die Allee rundum erneuert, denn eigentlich sind die Deiche zu sehr gesunken, und der schmale Asphaltweg ist allgemein gefährlich.

Andere Modelle

„Es gibt vielleicht auch andere Modelle“, so Isaksen. Kurt Andresen von der Schleswigschen Partei, zweiter Vorsitzender des Technischen Ausschusses, möchte die Pappelallee bewahren. „Ich finde persönlich, dass man das gesamte Gebiet um die Pappelallee, den Ringreiterplatz und die geplante Rambla zwischen dem Campus und der Sportarena fertigstellen sollte“, sagt Andresen. Es gebe viele Wünsche um die Pappelallee herum, und die sollte man lösen, meint Andresen. Allerdings wisse er auch, das dass ins Geld gehen würde. „Neue Bäume würden nur so hoch werden, wie wir es uns leisten könnten.“

Allerdings hoffen er und Isaksen, dass ein Gesamtplan die Möglichkeiten aufzeigt, und dass dafür auch das Interesse von Stiftungen gewonnen werden kann. Immerhin ist die Pappelallee ein Stück kulturelles Erbe der Stadt Apenrade.

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