Naturschutz-Projekt

Natura 2000: Besorgnisbrief an den Umweltminister

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Das halboffene Weideland (overdrev) bei Bergholz gehört zu den Natura-2000-Gebieten. Hier sorgen Konik-Pferde für Naturpflege . Foto: Paul Sehstedt

Naturschutz-Projekte sollten freiwillig durchgeführt werden. Kurt Andresen: entschieden gegen Zwang.

Die Kommune Apenrade schickt einen Besorgnisbrief an Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (Venstre). Als fehlenden Mut wollte es der Vorsitzende des Ausschusses für Technik und Umwelt in der Kommune Apenrade, Bent Sørensen (Venstre), allerdings nicht ausgelegt wissen, dass er auf der jüngsten Ausschusssitzung nicht zusätzlich gegen die Handlungspläne stimmte, die die Verwaltung nach den staatlichen Natura-2000-Plänen angefertigt hat, obwohl ihm auch ein wichtiger Passus dieser Richtlinien ganz und gar nicht schmeckt: Wenn sich ein Anlieger gegen die Durchführung eines Natura-2000-Projektes sträubt, kann künftig expropriiert, also ein Enteignungsverfahren durchgeführt werden.

Die beiden Landwirte im Ausschuss, Jens Wistoft (Venstre) und Kurt Andresen (SP), stimmten letztendlich als Einzige gegen die Handlungspläne. Enteignung für den Naturschutz halten sie für äußerst bedenklich. „Freiwilligkeit ist hier der einzig richtige Weg“, findet Kurt Andresen. Normalerweise ist der SP-Politiker so gar nicht auf Krawall gebürstet, sondern ist kompromissbereit und pragmatisch.

Hier allerdings platzt ihm seine persönliche Hutschnur. In Landwirtschaftkreisen wird infrage gestellt, ob die Richtlinien zu den Natura-2000-Plänen überhaupt auf korrekter Grundlage erstellt wurden. „Wir sollten ein Zeichen setzen! Je deutlicher wir unsere Proteste gegen diese Handlungspläne machen, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Umdenken im Ministerium führt“, fügt Kurt Andresen hinzu.

Wie einleitend erwähnt, konnte sich Ausschussvorsitzender Bent Sørensen nicht zu diesem Schritt durchringen, obwohl auch er als Chefökonom des Landwirtschaftsvereins „LandboSyd“ um die Bedenken der Branche weiß. „Es gibt verschiedene Wege, seinen Protest kundzutun“, sagt er. Aus diesem Grund hat er auch für die Formulierung eines Besorgnisbriefes an den Minister votiert. Neben Sørensen taten dies auch seine beiden Parteikollegen Thomas Juhl und Wistoft sowie Kurt Andresen. Die Minderheit im Ausschuss, bestehend aus den beiden Sozialdemokraten Helga Nørgaard und Christian Panbo sowie Christian Gramstrup Lauridsen von der Dänischen Volkspartei, war dagegen.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Venstre-Wellen“