Apenrade

Muslimischer Abschnitt des Friedhofs nimmt Gestalt an

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Der Apenrader Friedhof. Foto: Paul Sehstedt

Vorerst sind 20 bis 30 Plätze anvisiert – eine Hecke soll den konfessionellen Unterschied der Anlage verdeutlichen.

Die Planungsarbeiten für die Einrichtung eines muslimischen Abschnittes auf dem Friedhof in Apenrade schreiten voran, und der Kirchengemeinerat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung, ein Gebiet, groß genug für 150 Gräber, auszuweisen und für diesen Zweck zu reservieren. Vorerst sollen 20 bis 30 Gräber angelegt werden. Hinzu kommt ein Zeremonienplatz, auf dem ein Sockel errichtet wird; beides soll gen Mekka zeigen.

Doch bevor die Pläne umgesetzt werden können, sind noch viele Steine aus dem Weg zu räumen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung skizzierte Ausschussvorsitzender Lars Henningsen den Umsetzungsablauf: „Wir sind dabei, einen neuen Gesamtplan für den Friedhof aufzustellen, der nicht nur die Anlage des muslimischen Teils umfasst, sondern alles, was mit dem Friedhofsbetrieb zu tun hat.
Neue Satzungen müssen her, damit alle Benutzer gleichgestellt werden, egal, ob sie Mitglieder der Volkskirche oder anderer  Religionen sind. Sie müssen einfach gleichberechtigt sein. Gleichzeitig sehen wir ein, dass die zunehmende Zahl der Urnengräber eine Umgestaltung nötig macht“, fügt Henningsen hinzu.

„Außerdem werden wir auf längere Sicht auch Betriebskosten einsparen müssen, und die Finanzierung muss auch erst stehen, damit wir den neuen Gesamtplan umsetzen können. Dies haben wir auch mit dem Propsteiausschuss diskutiert, der jedoch erst Stellung beziehen kann, ob eine Mitfinanzierung des muslimischen Teils durch die Propstei möglich wird, falls dieser Abschnitt nicht nur Bürger der Kommune, sondern der ganzen Propstei Apenrade zur Verfügung steht.“

Nach Vorstellung des Rates soll der islamische Abschnitt am Rande des Kirchhofes liegen, sodass der Zutritt von öffentlichem Weg oder Pfad möglich sein wird. Eine Hecke soll den neu geschaffenen Teil anzeigen, ohne dass die Sicht von beiden Seiten behindert wird.
„Ich kann leider keinen festen Termin nennen, wann der moslemische Abschnitt eröffnet wird, doch ich hoffe, dass dies innerhalb eines Jahres geschieht. Wir werden jedenfalls einen Architekten hinzuziehen, denn was wir jetzt angegriffen haben, soll nicht nur gut aussehen, das muss auch langen Bestand haben“, schließt Henningsen.

Der Friedhofsausschuss trifft sich wieder im Mai. Dann sollen weitere Linien gezogen werden.

 

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