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Ein Museum zieht um

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Museumsdirektor Hauke Grella nimmt die Exponate aus den Händen der Schüler entgegen. Foto: Karin Riggelsen

Das Deutsche Schulmuseum Nordschleswig hat den Weg in ein neues Heim angetreten. Viele Helfer sorgten für ein reibungsloses Gelingen.

„Viele Hände machen schnell ein Ende”, kommentiert Helmuth Thomssen mit einem zwinkernden Auge die vielen Helfer, die am Mittwoch beim Umzug des Deutschen Schulmuseums Nordschleswig halfen. Das über viele Jahre in der alten Villa am Jürgensgaard beheimatete Museum zieht in das Deutsche Museum nach Sonderburg.

Museumsleiter Hauke Grella und viele ehrenamtlichen Helfer haben fast zwei Wochen lang Ausstellungsstücke und Archivstücke gesichtet, aussortiert und eingepackt, um am Mittwoch bereit zu sein für den Umzugswagen. Davon standen gleich zwei bereit, um alles aufnehmen zu können. Grella nahm die Stücke entgegen und verstaute sie vorsichtig in den Tiefen des Kleinlasters. Nichts sollte kaputtgehen auf der Tour ins neue Heim. „Alles kriegen wir allerdings nicht mit”, berichtet der Museumsleiter. In einem Depot stehen weitere Stücke, die sich zu einem späteren Zeitpunkt den Weg nach Sonderburg machen werden.
Etwa 2 bis 3.000 sogenannte Registrierungsnummern, so schätzt Hauke Grella, traten am Mittwoch die Reise an.

Geld für den guten Zweck

Neben den ehrenamtlichen Helfern nutzten auch Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig den Umzug, um Geld für den guten Zweck zu verdienen. Sie boten ihre Hilfe im Rahmen der „Operation Dagsværk” an, einer landesweiten Aktion, bei der Schüler ihre Arbeit anbieten, um das verdiente Geld dann einer guten Sache Spenden zu können. Museumschef Grella zeigte sich froh über die Hilfe.

Vitrinen, Bilder, Bücher, Schulbänke, eine alte Schuluhr und sogar eine Schultafel wurden die 19 schmalen Stufen aus dem ersten Stock des Hauses zur Straße getragen. Dabei zeigte sich die gute Vorbereitung des Umzugs, denn die Stücke waren sicher und gut verpackt. Doch Hauke Grella weiß, dass dieser Umzug nicht bei allen nur Freude hervorruft. So blickt Friedrik Christensen, der seit seiner Pensionierung im Jahr 2004 seine Hilfe im Schulmuseum ehrenamtlich anbietet und viele der Ausstellungsstücke in der Hand gehabt hat, wehmütig in die sich leerenden Räume. „Wir haben hier zusammen mit Hans Jürgen Nissen und Immo Doege ein Stück Nordschleswig aufgebaut”, erklärt er. Doch auch er glaubt, dass dem Schulmueseum in Sonderburg mehr Aufmerksamkeit zukommen wird.

Mit dem Umzug ist für die Museumsmitarbeiter und -helfer die Arbeit allerdings noch lange nicht vorbei. Im neuen Zuhause müsse nochmals sortiert werden, berichtet Grella. „Und die Ausstellung muss natürlich aufgebaut werden”, fügt er hinzu. Eine große, wenn auch spannenden Herausforderung, wie der Geschichtsfachmann findet.

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