Apple-Rechenzentrum

Minister versprühte Zuversicht

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Lars Chr. Lilleholt (3. v. l.) traf sich in Kassö u. a. mit Bürgermeister Thomas Andresen und der Folketingsabgeordneten Eva Kjer Hansen. Foto: aha

Klimaminister Lars Christian Lilleholt wusste um die Problematik der Abwärmenutzung von Rechenzentren: „Abgaben müssen gesenkt werden“, sagte er bei einem Besuch in Kassö.

Mit ein paar Minuten Verspätung kam der dänische Minister für Energie, Forschung und Klima, Lars Christian Lilleholt (Venstre) auf dem riesigen Grundstück in Kassö an, wo jetzt noch die Archäologen graben, demnächst aber dann der Bau des geplanten Apple-Rechenzentrums beginnen kann.

Lilleholt ist vom Fach, der studierte Journalist, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler war viele Jahre für den dänischen Fernwärmeverband tätig und redete daher nicht lange um den heißen Brei herum: Die jetztigen Strom- und Wärmeabgaben begrenzen, um nicht zu sagen „verhindern“, die Nutzung der Abwärme solcher Anlagen. „Die Abgaben müssen gesenkt werden“, stellte der Energieminister dann auch gleich fest, noch bevor sein Parteikollege, Bürgermeister Thomas Andresen, ihm eben dieses Anliegen präsentieren konnte. „Ich werde dafür kämpfen, dass die jetzige Abgabe halbiert wird. Die Entfernung der PSO-Abgabe ist ja bereits geschafft. Die Halbierung der Strom- und Wärmeabgaben muss einfach gelingen, damit die Abwärme nicht einfach an die Spatzen geht“, sagte Lars Christian Lilleholt und zeigte sich äußerst zuversichtlich, dass man im Folketing auch eine Mehrheit für eine solche Entscheidung finden könnte.

Die schwierigste Hürde, die es zu meistern gelte, sei wohl, den Steuerminister zu überzeugen. „Er wird wahrscheinlich darauf hinweisen, dass ihm dann eine Menge von Geldern fehlen werden, wenn diese Abgabe auch noch reduziert wird“, so Lilleholt mit einem Schmunzeln.

Die Vertreter von Kommune und Sydenergie stießen mit ihren Argumenten auf äußerst offene Ohren. Als Ole Damm von der Energiegesellschaft SydEnergi über die Möglichkeit sprach, die in Kassö produzierte Abwärme sogar nach Flensburg „exportieren“ zu können, hielt er dies
für sehr interessant, zumal ein Rechenzentrum von der Größe, wie es in Kassö entsteht, weit mehr Energie produziert, als in Apenrade und Umgebung verbraucht werden kann.

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