Naturpflege

Meckern und Muhen für den Naturschutz

Meckern und Muhen für den Naturschutz

Meckern und Muhen für den Naturschutz

Bergholz/Bjergskov
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Die Ziegen im Naturschutzgebiet „Bergholz“ Foto: Karin Riggelsen

Tiere sorgen im Naturschutzgebiet Bergholz/Bjergskov für die Landschaftspflege. Die beiden nun dort weidenden Tierarten ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Pflanzenarten verspeisen, wie der zuständige Förster der Naturbehörde erklärt.

Es ist eine Naturperle Dänemarks: Die Rede ist vom Naturschutzgebiet „Bergholz“ vor den Türen Feldstedts. Das etwa 30 Hektar große Gebiet ist für seine Artenvielfalt bekannt. Dort wachsen seltene Pflanzen, und dort leben ebenso seltene Tiere und Insekten.

Allerdings gibt es dort seit Jahren ein Problem: Brombeerbüsche verbreiten sich und nehmen den seltenen Arten den Lebensraum. Es wurden zuvor schon Konik-Ponys eingesetzt, um die Ausbreitung einzudämmen, und um das Gras kurz zu halten.

Jetzt startete ein weiterer Versuch. Ziegen und Galloways sollen gemeinsam dafür sorgen, die Vegetation im Zaum zu halten.

„Die Rinder tun sich am Gras gütlich, und die Ziegen fressen die jungen Triebe an Büschen und Bäumen. Dazu gehören auch die Brombeerbüsche, die uns so Kopfzerbrechen machen“, erklärt der für das Projekt mitverantwortliche Förster Martin Reimers von der Naturbehörde in Nordschleswig (Naturstyrelsen Sønderjylland).

Exzessive Ausbreitung verhindern

Zusammen sollen Ziegen und Galloways die Pflege der Landschaft übernehmen – und das auf natürliche Art. „Die Natur kann dort nicht sich selbst überlassen werden. Die übermäßig groß wachsenden Pflanzen müssen an der exzessiven Ausbreitung gehindert werden“, berichtet Reimers. Vorerst stehen auf der wilden Weide (overdrev) 65 Burenziegen in zwei Herden und fressen sich an den sich unerwünscht ausgebreiteten Pflanzen satt. Einige unterstützen die Arbeit der Ziegen schon jetzt. Weitere Rinder folgen dann Mitte Juli und sollen vor allem dafür sorgen, dass das Gras nicht zu hoch wird.

So können dort viele Blumen, Kräuter und andere Pflanzen gedeihen, die sonst keinen Platz mehr hätten

Martin Reimers, Förster

„So können dort viele Blumen, Kräuter und andere Pflanzen gedeihen, die sonst keinen Platz mehr hätten“, sagt der Förster. Und das freut nicht nur Wanderer, die auf dem Gelände einen ausgewiesenen Weg finden, sondern auch Insekten, die von oder an den Pflanzen leben.

Galloway-„Nachlässe“ als Lebensraum

Die Galloways bringen noch einen Vorteil mit. Sie sollen das ganze Jahr dort grasen und „sorgen im Winter mit ihren Ausscheidungen für lebenswichtige Bedingungen für Insekten“, wie Martin Reimers erklärt.

Wie viele Ziegen und Rinder dort zusammenleben, um eine nachhaltige Landschaftspflege zu betreiben, ist noch unklar. „Wir schauen regelmäßig, wie es dort ausschaut. Wenn wir merken, es wird zu viel abgefressen – oder zu wenig – dann regulieren wir das über die Anzahl der Tiere“, berichtet der Förster. Es müsse eine Balance gefunden werden.

Die Ziegen freuen sich über Triebe. Foto: Karin Riggelsen

Da die Ziegen Regen und Kälte nicht mögen, werden sie – wahrscheinlich spätestens im November – von der „wilden Weide“ geholt, um den Winter im Stall zu verbringen.

Das Naturschutzgebiet Bergholz gehört der Verteidigung (Forsvaret; 17 Hektar) und der Naturschutzbehörde (Naturstyrelsen; 13 Hektar). Die Pflege wurde an einen dritten Anbieter übertragen: „Plej Naturen“. Als vierter Beteiligter sitzt die Kommune Apenrade mit am Tisch, wenn es um Entscheidungen über das Gebiet geht.

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