Schulen

Lindeskolen muss schließen

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Die Lindeskole in Apenrade Foto: Claus Thorsted, Jydske Vestkysten

Erst im August wurden die ersten Schüler in der Freischule Lindeskole Willkommen geheißen. Jetzt wurden die staatlichen Zuschüsse gestrichen, weil weniger als 14 Schüler die Schule besuchten. Dem Leiter wurde schon vorher gekündigt.

Erst im August wurden die ersten Schüler in der Freischule Lindeskole am Præsteskoven in Apenrade Willkommen geheißen. Jetzt ist die Schule unter finanziellen Druck geraten und schließt.

Jesper Schultz, Vorstandsmitglied der Lindeskole, schreibt in einer Pressemitteilung: „Mit großem Bedauern hat der Vorstand die Schließung der Schule beschlossen. Dass die Schülerzahl am 5. September unter 14 lag, gibt es keine staatlichen Zuschüsse und somit ist die Lindeskole aus ökonomischer Sicht nicht mehr tragbar.”
Die Schule ist mit sofortiger Wirkung geschlossen, heißt es weiter.

Noch zuvor hatte Jesper Schultz gegenüber dem Nordschleswiger berichtet, dass „der Förderverein der Schule eine außerordentliche Generalversammlung abhalten werde. Dort solle ein Rettungsplan erarbeitet werden, um die „angespannte finanzielle Situation zu überstehen und die Schule zu retten. Denn es gibt Eltern, die ein großes Interesse daran haben”.

Auch der bisherige Leiter Allan Davies Madsen bestätigte im Vorfeld der Pressemitteilung auf unsere Anfrage, dass die Schule unter finanziellem Druck stehe und ihm deshalb am vergangenen Freitag gekündigt worden sei. Er habe unter anderem für den kommenden Monat keinen Lohn erhalten, berichtet er.

„Viele der Eltern unserer angemeldeten Schüler sind unsicher geworden und haben sich gegen uns entschieden”, erklärt er die geringe Schülerzahl.

Im Juli berichtete JydskeVestkysten von 27 angemeldeten Schülern. Genug für einen Start. Familien mit geringem Einkommen wollte die Schule mit eigenen Mitteln unter die Arme greifen, um an der Schule starten zu können, berichtete die Zeitung weiter.

Die Schüler der Lindeskole werden nun an die Seegaarder Freischule, „Søgard Friskole”, vermittelt, „wenn das der Wunsch der Eltern ist”, sagt Allan Davies Madsen.

Der Unterricht wurde bis zum Freitag mit einem Vertretungslehrer aufrecht erhalten, so Vorstandsmitglied Jesper Schultz.

Für Chriss Mailandt-Poulsen, Direktor für Kinder und Schule bei der Apenrader Kommune, kommt die Nachricht von der wirtschaftlichen Krisensituation der Schule überraschend. „Davon habe ich offiziell noch nichts gehört”, sagt er noch am Freitag Vormittag. Zuständig für die Mittelverteilung ist allerdings das Unterrichtsministerium. Chriss Mailandt-Poulsen sieht jedoch Herausforderungen für die Kommune. „Die Schüler müssen nun ja irgendwo unterkommen. Das könnte an einer unserer Schulen sein”, meint er.

In der Mitteilung bedankt sich Jesper Schultz bei den Partnern der Schule und „für die große Unterstützung der Eltern, die sich mit in das Projekt gewagt haben”.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Einsamer Dorfsheriff“