Kongelig-Classic

Leinen los, ab geht die Post!

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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In aller Ruhe trudelten die Segler am Donnerstagnachmittag im Gammelhavn ein. Foto: Karin Riggelsen

Zwölf dänische, ein französisches und 37 deutsche Boote machen sich am Freitag von Apenrade aus auf den Weg.

Bei eher mäßiger Wetterlage ließen sich die maritim begeisterten Apenrader und deren Gäste den Spaß des jährlichen Kongelig-Classic-Festes nicht nehmen. Diverse Segler hatten schon am Mittwochabend angelegt. Am Donnerstag ging es dann um 14 Uhr los, dank dreier Kanonenschläge der Apenrader Kanonenzunft Aurora.

Als nächster Programmpunkt gab es zwei Namensgebungen: Erik Niels Juul von der Marineheimwehr hielt eine Begrüßungsrede, und Carina Underbjerg Hansen (Venstre) und Jette Julius Kristiansen (DF) vom Kulturausschuss durften die Jollen der Apenrader Wriggzunft „taufen“. Sie hören jetzt auf die geschichtsträchtigen Namen „Aurora“ und „Cimber“. Unter den zahlreichen Buden boten die Bäcker vom Museum Michelsen Gård „Goed raj“, feines Waffelgebäck, an.

Keramikerin Vibeke Erlang Christensen konnte bei der Produktion feiner Gegenstände über die Schulter geblickt werden. Sie teilte sich den Stand mit dem in Loit ansässigen Schnitzer und Bildhauer Hassan M. Abou Aljouz. Er, der 2014 von Syrien aus nach Dänemark kam, erzählt: „Ich komme aus der Nähe von Damaskus, wir waren damals noch um die 2.000 Schnitzer. Das ist leider nicht mehr so.“ Er bot Kerzenhalter aus Mahagoni an und sein Meisterwerk: ein Weinregal aus 3.000 Jahre alter Mooreiche. Das entsprechende Stück Holz hatte er von einem Freund geschenkt bekommen und filigran Weinblätter und -trauben hineingearbeitet.

Foto: Karin Riggelsen

Wriggwettbewerb

Unter den Anwesenden war auch der Haderslebener Peter Kaadtmann, der am Dienstag im Politischen Forum im Haus Nordschleswig zu Gast gewesen war. Er war unter anderem zugegen, um dem Wriggwettbewerb zwischen Gerd Larsen (für den Apenrader Ruderverein) in „Aurora“ und Poul Hadberg in „Cimber“ von der in diesem Jahr neu gegründeten Wriggezunft beizuwohnen. Um 15 Uhr ging es los: Der geübte Hadberg schoss voran. Larsen, der gewöhnlich zwei Ruder betätigt, fiel es nicht ganz so leicht, im Stehen mit nur einem Ruder vorwärtszukommen. Da half auch der an der Kappe befestigte Rückspiegel nichts. Hadberg gewann immer mehr Distanz, und schließlich ruderte Larsen ins Ziel. „Dürfen wir auch mal?“, fragte Camille aus Frankreich. Natürlich, Schwimmweste an, Ruder in die Hand, und weg war sie. Allgmeines Staunen am Kai.

Sie und ihre Freunde Kalli und Adam kommen aus Aber Wrac’h in der Bretagne. „Bei uns in der Bretagne wriggt jeder“, so Adam, der ursprünglich aus England stammt.
Tatsächlich sind die drei am 5. August losgefahren, um einen Monat in Dänemark zu verbringen. Sie sind daran interessiert, ein großes altes Schiff zu kaufen und damit um die Welt zu segeln. Vielleicht haben die geselligen drei ja inzwischen schon eines gefunden?

Am Freitag heißt es für sie und alle anderen Teilnehmer Leinen los, ab geht die Post und auf dem schnellsten Weg nach Sonderburg! Denn um 11 Uhr geht die Regatta von Apenrade aus los. Mit in See stechen zwölf dänische und 37 deutsche Schiffe sowie das der drei Bretonen.

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