Ringreiten in Apenrade

Lanzen-Dresscode: Verhältnis 65 zu 95, blau-weiß

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Die Apenrader Ringreiter in klassischem blau-weiß, ebenso die Pferde. Foto: Riggelsen

Henrik Nicolaisen und Reitmeister Lars Appel erklären, was Ringreiter in Apenrade alles beachten müssen. Es wird nichts dem Zufall überlassen – alle Regeln sind präzise formuliert.

Henrik Nicolaisen und Reitmeister Lars Appel erklären, was Ringreiter in Apenrade alles beachten müssen. Es wird nichts dem Zufall überlassen – alle Regeln sind präzise formuliert.

Am Sonnabend und Sonntag, jeweils ab 11 Uhr, wird manch einem im Apenrade der Atem stocken: Da ziehen die etwa 330 Ringreiter auf ihren prächtigen Pferden durch die Innenstadt zum Ringreiterplatz, um dort zwei Tage lang um den Königs-, den Kronprinzen- und den Prinzentitel zu kämpfen.

Damit all das ohne Störung über die Bühne geht, gibt es seit 2002 in Apenrade ein Regelwerk mit Teilnahmeregeln zum Ringreiten. „So ist es.“ Henrik Nicolaisen, Mitglied des Ringreiterkomitees, schmunzelt. „Wir ziehen mit dem Ringreiterfest Touristen in die Stadt, mit dem Umzug durch die Fußgängerzone tun wir auch etwas für die Geschäfte. Wie würde denn das aussehen, wenn da ein Reiter seine Kappe „auf halb acht“ sitzen und eine Fluppe im Hals hängen hätte?“

Nicolaisen ist früherer Rittmeister beim Apenrader Ringreiterfest, und war bis vor fünf Jahren selbst aktiv dabei. Und sieht man sich einmal die Teilnahmeregeln für das Ringreiterfest an, steht da sehr genau beschrieben, was geht und was nicht.

So steht da etwa, dass man als Reiter mit seinem Pferd pünktlich antreten muss. Und es gibt einen Dresscode: Eine blauweiße Kappe ist für den Reiter Vorschrift, allerdings darf auch der Helm mit entsprechendem Stoff überzogen sein. Eine dunkle Jacke, weiße „Beinkleider“, lange dunkle Stiefel, ein weißer Schlips zu weißem Hemd. Es herrscht Rauchverbot, und der Umzug durch die Stadt darf nicht unterbrochen werden.

Der Lanzen-Dresscode

Auch für die mitzuführenden Lanzen gibt es Regeln. Blau-weiß müssen sie sein, mindestens 160 Zentimeter lang, davon 65 Zentimeter blau und 95 Zentimeter weiß. Entspricht eine Lanze nicht der Vorstellung des Rittmeisters, muss sie unter Umständen ersetzt werden. „Tatsächlich kontrollieren wir das nicht. Aber es muss einmal niedergeschrieben stehen“, so Rittmeister Lars Appel. Er ist für alles zuständig, was die Reiter betrifft. Appel achtet aber doch darauf, dass die dunklen Jacken zugeknöpft sind, wenn durch die Stadt geritten wird.

Das Ringreiterkomitee will eben auch etwas fürs Auge bieten. „Deshalb haben wir ja auch einen Dresscode. Unsere Vorschriften stellen gewissermaßen die Ethik des Ringreitens dar, sodass es einheitliche Regeln für alle gibt“, erläutert Nicolaisen.

Dass in den Regeln auch steht, dass keine bösartigen Tiere oder brünstige Hengste dabei sein dürfen, entspringt somit keinem Unglück beim Ringreiten, sondern ist Erfahrungswert. Nicolaisen: „Die Tiere müssen sich lenken lassen, wie gesagt, wir wollen einen präsentablen Umzug bieten.“ Damit manch einem die Spucke wegbleibt, ob der prächtigen Tiere mit ihren eleganten Reitern.

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