Sprachverständnis

Kultur im Rucksack: Deutsch lernen in der Deutschen Zentralbücherei

Kultur im Rucksack: Deutsch lernen in der Deutschen Zentralbücherei

Kultur im Rucksack: Deutsch lernen in der Deutschen Zentralbücherei

Charlotte Hülser
Apenrade/Aabenraa
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Das Lied „80 Millionen" von Max Giesinger kannten die Jordkircher Schüler bereits und konnten kräftig mitsingen. Foto: Charlotte Hülser

Schüler der dänischen Volksschule in Jordkirch haben am Freitag die Deutsche Zentralbücherei in Apenrade besucht, um im Rahmen des Projekts „Kultur im Rucksack“ ihre deutschen Sprachkenntnisse zu vertiefen. Besonderes Highlight war das Karaoke-Singen mit deutschen Liedern.

Es gibt viele Methoden, eine Sprache zu lernen, unter anderem auch das Singen. Schüler der siebten Klasse der Volksschule von Jordkirch haben sich dieser Herausforderung gestellt und mit modernster Technik deutsche Popsongs in der Deutschen Zentralbücherei geschmettert. Darüber hinaus haben Bibliotheksassistentin Sandra Röben und ihr Team einen Stationen-Lauf für die gut 20 Schüler erarbeitet, in dem sie verschiedene Rätsel auf Deutsch lösen sollten und auch einen deutschen Film gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu sehen.

Die Rätselstationen waren über die ganze Bücherei verteilt. Foto: Charlotte Hülser

Karaoke und Rätsel

Ob Buchstabengitter, Tiernamen-Rätsel, Bilderrätsel oder Teekesselchen: Bei den verschiedenen Stationen mussten die teilnehmenden Schüler ganz schön Köpfchen beweisen, um die Rätsel zu lösen. „Wir veranstalten das hier zum ersten Mal“, erzählt Sandra Röben dem „Nordschleswiger“, „normalerweise gibt es nur das Karaoke-Singen, heute gibt es aber zusätzliche Aufgaben.“ Die Aufgaben sollten möglichst abwechslungsreich gestaltet werden und die Schüler herausfordern. Die Kombination aus Rätsel und Gesang war ein echter Erfolg: „Es macht totalen Spaß, und die Schüler sind total mutig“, sagt Röben lächelnd.

80 Millionen und Luftballons

Inzwischen liegt deutsche Popmusik in der Luft. Die Schüler versammeln sich in kleinen Gruppen vor dem Fernseher und singen deutsche Klassiker wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher oder „80 Millionen“ von Max Giesinger, eine Schülerin wünscht sich „99 Luftballons“ von Nena.

„Wir behandeln viele deutsche Lieder im Unterricht, unter anderem auch ,80 Millionen‘ von Max Giesinger“, erklärt Eick Reppmann, Lehrer für Deutsch als Fremdsprache an der Jordkircher Schule. Das Singen sei grenzüberschreitend und könne für die Schüler durchaus herausfordernd sein, aber „das Hören macht etwas mit den Schülern, sie nehmen etwas mit“, so Reppmann weiter.

Lehrer Eick Reppmann (l.) nutzte das Angebot der Deutschen Zentralbücherei Apenrade im Rahmen des Kulturrucksacks zum ersten Mal mit seinen Schülern. Foto: Charlotte Hülser

Singen ist kein Muss

Das Karaoke-Singen war bei den Schülern am Freitag besonders beliebt, nur eine Gruppe hatte keine Lust zu singen. „Das ist aber in Ordnung, es ist kein Muss“, sagt Eick Reppmann. Innerhalb der Gruppen sollten die Schüler versuchen, die meisten Punkte beim Karaoke zu ergattern. Dass diese Form des Wettbewerbs großen Spaß machte, war den Schülern anzusehen. Sie lachten viel und forderten sich gegenseitig heraus.

Nach einer kurzen Frühstückspause stand für die 20 Schüler auch noch ein deutscher Spielfilm auf dem Programm: Die neueste Version des Films „Vorstadtkrokodile“. „Ich habe mir den Film angesehen, und es ist leichtes und gut verständliches Deutsch“, sagt Sandra Röben. Auch zu diesem Film wurden den Kindern Aufgaben gestellt.

Eick Reppmann möchte dann das Erlernte mit den Schülern im Unterricht noch einmal aufarbeiten und hofft, dass die Aktion „Kultur-Rucksack" auch im nächsten Jahr wieder stattfindet: „Es ist toll, dass sich Kulturinstitutionen in der Kommune für die Schulen öffnen; die Bücherei ist eine davon.“

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