Arbeitmarkt

Kommune lernt von Silkeborg

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Symbolbild Foto: DPA/Christoph Schmidt

Der Arbeitsmarktausschuss hat beschlossen, Gründungen von Unternehmen zu fördern, die mit ihrem erwirtschafteten Gewinn Menschen fördern, die am Rande des Arbeitsmarktes stehen. Wie das geschehen kann, ist noch offen.

„Ein Unternehmen, das Geld verdient, aber diesen Gewinn einsetzt, um älteren, behinderten und sozial benachteiligten Menschen einen Arbeitsplatz zu bieten“, lautet die Definition der dänischen Sozialbehörde für sozioökonomische Unternehmen. Die Regierung forciert auf Landesebene dieses Geschäftsmodell. Die Kommune Apenrade will gerne ihren Beitrag leisten, hat der Arbeitsmarktausschuss in dieser Woche beschlossen. Wie das allerdings geschehen kann, ist dahingehend noch offen. „Erster Schritt muss es sein, Aufmerksamkeit zu schaffen. Darüber hinaus müssen wir in der Kommune Anreize schaffen“, sagt Ausschussvorsitzender Ejler Schütt (DF). Er stellt hier u. a. die finanzielle Unterstützung von sozioökonomischen Projekten in Aussicht. „Auf längere Sicht müssen sich die Unternehmen auf dem freien Markt behaupten können“, so Schütt. Die Kommune Apenrade blickt allerdings mit großem Interesse auf Erfahrungen der Kommune Silkeborg auf diesem Gebiet.

Der dänische Wohlfahrtsstaat gerät durch den demografischen Wandel unter Druck, hat die Kommune Silkeborg schon vor Jahren erkannt und 2014 das „Silkeborg-Modell“ beschrieben. Die Gesellschaft überaltert. Der Anteil von Bürgern am Rande des Arbeitsmarktes steigt; zu dieser Gruppe werden auch Geflüchtete gezählt. Ziel der Silkeborger Strategie ist es, Wachstum zu gewährleisten durch einen tolerante(re)n Arbeitsmarkt und mehr Lebensqualität für Bürger am Rande der Gesellschaft.

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Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur