Tierschau in Apenrade

Kommt ein Kalb zum Kosmetiker...

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Niek Aafjes konzentriert sich. Die Techniken des Kuhstutzens hat er in den Niederlanden, den USA und Kanada gelernt. Foto: Paul Sehstedt

Das sieht man nicht so oft in Nordschleswig: eine Kuh beim Kosmetiker. Bei der Tierschau in Apenrade am Freitag zeigte Niek Aafjes sein Können.

Das sieht man nicht so oft in Nordschleswig: eine Kuh beim Kosmetiker. Bei der Tierschau in Apenrade am Freitag zeigte Niek Aafjes sein Können.

Der Niederländer Niek Aafjes hat auf der Tierschau in Apenrade seine Fertigkeiten an der Schermaschine unter Beweis gestellt. Er entfernte überschüssiges Haar. Er trimmte die Frisur. So gesehen auf der nordschleswigschen Gemeinschaftstierschau in Apenrade.

Der junge Mann wird demnächst 30 Jahre alt und ist landwirtschaftlich ausgebildet. Da er selbst einen gestylten Bart trägt, liegt die Vermutung nahe, dass er auch eine Frisörausbildung hat. Doch weit gefehlt. „Nein, gar nicht“, so Niek. „Das ist mein Hobby. Ich habe mich in den USA und Kanada landwirtschaftlich weiterbilden lassen, und da machen die das viel.“

So etwas hat man hier noch nicht gesehen: Niek, der Linkshänder, geht auf die Steuerbordseite des Jungtiers, mit der Schermaschine legt er los: Die das Rückgrat deckenden Strubbelhaare werden entfernt, Niek ist konzentriert bei der Arbeit. Nachdem er anschließend auch noch von der anderen Seite dem Tier das Rückgrat verschönert hat, geht er mit einer Haarbürste und einem Föhn zu Werke. Es sieht tatsächlich recht professionell aus. Und Niek zieht Publikum.

Tatsächlich ist diese Haarschneideaktion keine Notwendigkeit, sie ist rein kosmetischer Natur. In Amerika sind Schönheitswettbewerbe von jeher stark verbreitet, warum also nicht auch unter Tieren? Das Jungtier hat auf jeden Fall gute Chancen, nachdem es einmal bei Niek hereingeschaut hat.
Seine Box, das Gestell, um das Tier in Ruhe zu halten während der Behandlung, hat er sich aus Amerika kommen lassen. Und da steht sein Name drauf. Die Box ist sein Stolz.

Nieks Vater Fred ist auch vor Ort, er strahlt: „Im nächsten Jahr haben wir 25 Jahre Jubiläum auf der Tierschau.“ Mit seiner Familie war er 1992 nach Nordschleswig gezogen. Die Familie besitzt selbst fünf Jersey-Kühe, die gute Noten in der ersten Bewertung bekommen haben.
Und das sicher nicht zuletzt wegen der guten Frisuren.

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