Auf der Suche

Eine Kassette von vieren fehlt

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Der Inhalt dieser Kassettenhülle fehlt. Foto: Anke Haagensen

Der Freundeskreis des Apenrader Jacob-Michelsen-Hofes ist auf der Suche nach wichtigen Interviewmitschnitten. „Magische Lampen“ sollen mit den Erzählungen und Erinnerungen „gefüttert“ werden.

Dem Apenrader Museumshof, dem „Jacob-Michelsen-Hof“, fehlt ein wichtiges Zeitdokument. Der Freundeskreis des Museums hofft nun auf die Mithilfe der Leser des Nordschleswigers. Gesucht wird eine Kompaktkassette. Die Suche eilt, um den Inhalt für die Nachwelt zu bewahren.

Im Sommer 1993 hat Hanne Christensen mehrere Interviews mit Nachfahren des einstigen Hofbesitzers Jacob Michelsen geführt. Vier Kassettenbänder waren damals besprochen worden. Die vierte und letzte Kassettenhülle ist leider leer. Die Museumsfreunde wissen allerdings nicht, wann und wie die Kassette abhandengekommen ist. Die Suche nach einer Kopie war noch nicht von Erfolg gekrönt.

Kompaktkassetten haben nur eine begrenzte Lebensdauer

„Wir haben zwar eine Abschrift des Interviews, aber wir hätten gerne die originale Tondatei, um unsere ,Magischen Lampen’ damit füttern zu können. Darüber hinaus haben die Kassettenbänder nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen möglichst bald digitalisiert werden, damit wir die Geschichten für die Nachwelt bewahren können“, betont Anne-Marie Luckmann vom Aktivitätsausschuss des Freundeskreises.

„Magische Lampen“ werden mit Audiodateien gefüttert

Die von ihr erwähnten „Magischen Lampen“ wurden in dieser Woche im Museum vorgestellt. Es handelt sich hierbei um umgerüstete Petroleumlampen, die mit modernster Technik ausgerüstet sind. Diese Lampen sind ein Teil des neuen Vermittlungskonzepts des Museumshofes. Werden die Lampen auf bestimmte, im gesamten Museum verteilte Untersetzer gestellt, fangen sie an zu erzählen. Ein Computerchip mit Boden des Petroleumtanks macht es möglich. Auf diesem Chip sind Audiodateien gespeichert, die größtenteils von früheren Interviews und Erzählungen von Nachfahren des einstigen Besitzers von „Kolstrupgård“ stammen. Es sind Zeitdokumente. Aus diesem Grund wird deshalb die fehlende Kassette so dringend benötigt.

Anfragen an Museum und Reichsarchiv gestellt

Der Vorstand des Museumshofes hat bereits entsprechende Anfragen an das Reichsarchiv und an das Museum Sønderjylland gestellt, in der Hoffnung, dass zumindest eine der beiden Einrichtungen eventuell im Besitz dieser Kompaktkassetten sind. „Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Familienmitglied im Besitz der Kassettensammlung ist“, sagt Anne-Marie Luckmann. Eine entsprechende Fahndung ist deshalb an die Nachfahren von Jacob Michelsen herausgegeben worden. Wer etwas zum Verbleib der fehlenden Bandaufnahme sagen kann, kann sich gerne an den Freundeskreis des Museumshofes wenden. Die Lokalredaktion des Nordschleswigers stellt auch gerne die Verbindung her.

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