Seniorenrat

Der eine Kandidat ist schon im Ziel

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Dieter Johannsen und Hans Christian Bock würden gerne beide im Apenrader Seniorenrat mitarbeiten. Foto: Karin Riggelsen

Aufgrund der besonderen Modalitäten des Seniorenrates ist Dieter Johannsen praktisch schon ein Sitz in dem Gremium sicher. H. C. Bock würde ihm gern folgen.

Als Hans Christian Bock, Apenrade, kürzlich an einer Veranstaltung des Sozialdienstes Buhrkall teilnahm, um über die Seniorenratswahlen in der Kommune Apenrade zu erzählen, die am morgigen Dienstag gleichzeitig mit den Kommunal- und Regionswahlen abgehalten werden, hatte er den Buhrkallern wärmsten den zweiten aus der deutschen Minderheit kommenden Kandidaten ans Herz gelegt, da Dieter Johannsen in ihrem Bezirk– genauer in Bülderup-Bau – lebt.

Einerseits bereut H. C. Bock diese Aussagen, andererseits hält er es auch für wichtig, dass Johannsen die Unterstützung der Wähler erhält. Die Bocksche Zwiegespaltenheit lässt sich durch die Modalitäten des Seniorenrates erklären. Der Rat hat elf Sitze. Damit alle Bereiche der Kommune vertreten sind, sind für die Bezirke der ehemaligen Kommunen Lundtoft, Tingleff, Bau und Rothenkrug jeweils zwei Sitze reserviert, während die alte Kommune Apenrade drei Vertreter stellt. Da nur zwei Kandidaten aus dem Raum Tingleff kommen, haben sie den Sitz im Seniorenrat sicher. Sie benötigen praktisch nur eine Stimme.

Reihe von Mitkandidaten

Hans Christian Bock allerdings hat eine Reihe von Mitkandidaten. Er ist daher auf jede Stimme angewiesen, um zu den Dreien aus Apenrade zu gehören, die einen Sitz im Seniorenrat ergattern. Bei den Wahlen vor vier Jahren erzielte er mit 1.472 Stimmen das beste Resultat aller Teilnehmer. Dennoch setzte er sich nicht ans Tischende, sondern schlug die Wiederwahl von Hanne Priess Larsen vor. „Sie hatte in den vier Jahren davor sehr gute Arbeit geleistet und war auch in den vergangenen vier Jahren wieder sehr tüchtig und hartnäckig; ich würde ihr auch wieder mein Vertrauen schenken“, sagt Bock. Voraussetzung ist allerdings, dass er wieder gewählt wird. „Ich würde gerne weitermachen“, unterstreicht der 77-Jährige, der betont, dass der Seniorenrat von Parteipolitik unabhängig ist.

Er gehörte in den vergangenen vier Jahren der Redaktion der Seniorenzeitschrift „Ruden“ an und war im Verkehrsausschuss vertreten. „Dass am Tingleffer Bahnhof jetzt ein Aufzug gebaut wurde, ist sicherlich nicht allein mein Verdienst, aber die Tatsache, dass ich mehrfach in dieser Sache persönlich den zuständigen Minister Hans Christian Schmidt darauf angesprochen habe, hat sicherlich nicht geschadet“, sagt Bock lachend. An der Front gibt es aber noch viel zu tun. Der Bahnhof in Rothenkrug ist eine Zumutung für Gehbehinderte. Auch die Tatsache, dass fast überall der Zugticketverkauf eingestellt wurde, erschwert vor allem Senioren die Zugfahrt, zumal die Fahrkartenautomaten viel zu häufig nicht funktionieren.

Reisekarten

Der Verkehrsausschuss befasst sich auch mit den sogenannten Reisekarten, auch wenn das ebenfalls k ein rein kommunales Problem ist. Wann man Ein- und Auschecken soll, ist auch für jüngere Menschen schwierig zu durchschauen, zumal es nicht wirklich logisch ist. Vergisst man das Auschecken, kann es richtig teuer werden. „Wo aber checke ich aus, wenn ich mit meiner Reisekarte z. B. nach Hamburg fahre?“, fragt sich Bock und hat sich die Fahrkartenproblematik als Thema für die kommenden vier Jahre vorgenommen.

Eine weitere Aufgabe hat hat er bereits als „ganz wichtig“ notiert. In der vergangenen Woche wurde den Seniorenratsmitgliedern bewusst, dass es nur in den Bürgerserviceabteilungen in Apenrade und Bau möglich war, vorzeitig per Briefwahl seine Stimme für die Seniorenratswahl abzugeben. In Tingleff oder Rothenkrug war dies z. B. nicht möglich. Für die Demokratie sei das sehr bedenklich, so Bock.

Logische Konsequenz

Für Dieter Johannsen ist die Kandidatur für den Seniorenrat nur eine logische Konsequenz seiner bisherigen ehrenamtlichen (und politischen) Tätigkeit. In seiner aktiven Zeit als Lehrer an der Deutschen Schule Buhrkall und Vater hat er sich zunächst im Sportverein und im Kindergartenvorstand engagiert. Als Kommunalpolitiker in der damaligen Kommune Tingleff hat er sowohl den Vorsitz im technischen als auch im Sozialausschuss gehabt. „Ich kann also Haushalte lesen, weiß auch, was sich hinter den Zahlen verbirgt“, sagt der 70-Jährige. Als Vorsitzender des Sozialdienstes Nordschleswig hat Dieter Johannsen seine Fähigkeiten auch schon zum Wohle anderer einbringen können.

Er hat einen Sitz im Apenrader Seniorenrat sicher, wenn er sich selbst wählt, Hans Christian Bock ist indes auf die Gunst der Wähler angewiesen.

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