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Jebsen: Wir müssen die „Kaputtsiedelung“ stoppen

Jebsen: Wir müssen die „Kaputtsiedelung“ stoppen

Jebsen: Wir müssen die „Kaputtsiedelung“ stoppen

Paul Sehstedt
Loit/Løjt
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Am Sommerhausgebiet in Scherriff herrscht reger Baubetrieb: Lastwagen karren Bausand herbei, Baustoffe warten auf ihre Verwendung. Vor der Zersiedelung der Halbinsel Loit warnt der Biobauer Christian Jebsen vom „Dorotheenhof“. Foto: Paul Sehstedt

Der Biobauer sieht in der expansiven Bebauungspolitik der Kommune eine Gefahr für die Landschaft und Natur auf der Halbinsel Loit.

„Unsere Kommunalpolitiker haben nur mehr Wachstum und Ausbau der Siedlungsgebiete im Kopf, aber damit zerstören sie die Landschaft und die Natur. Die Identität von Loit wird zunichtegemacht, und für die Loiter wird in der Natur und an den Stränden immer weniger Platz sein“, sagt Christian Jebsen, der Biobauer vom „Dorotheenhof“ auf der Halbinsel.

Die Kommune plant, zwischen dem Skarrevvej und einem zehn Hektar großen Wald, der an den Biohof grenzt, ein neues Sommerhausgebiet auszuweisen. Dieses Projekt stößt auf Widerstand bei den Anwohnern, und auch Christian Jebsen zählt zu den Kritikern, die einen begründeten Einspruch gegen den Plan eingereicht haben.

Unendliche Bebauungswut

„Der Bedarf an Grundstücken in Scherriff ist gedeckt, und da stehen noch viele zum Verkauf“, fährt Jebsen fort. „Die Bebauungswut der Politiker scheint unendlich zu sein, und sie nehmen keine Rücksicht auf die Natur oder die Landschaft. Wir müssen unsere Küsten vor Projekten wie zum Beispiel dem Jollenhafen schützen. Die Politiker müssen auch einsehen können, dass nicht alle Vorhaben in die Landschaft passen und dass die Schutzbestimmungen konsequent eingehalten werden müssen.“

Der Wald ist von der Forstschutzlinie umfasst, die die Parzellierung des geplanten Sommerhausgebietes eigentlich nicht zulässt.

Christian Jebsen, Bio-Landwirt auf der Halbinsel Loit

Seeadler als regelmäßiger Gast

In ihrem Einspruch heben Bodil und Christian Jebsen hervor, dass das große Waldstück ein wertvolles Naturgebiet darstellt. Seeadler besuchen diesen Wald regelmäßig, und eine Ansiedlung ist nicht unmöglich. „Auf der gegenüberliegenden Seite der Apenrader Förde nisten die Adler, und daher können wir nicht ausschließen, dass sie sich auch bei uns niederlassen“, erklärt Jebsen. „Der Wald ist von der Forstschutzlinie umfasst, die die Parzellierung des geplanten Sommerhausgebietes eigentlich nicht zulässt. Doch die Kommune will diese Tatsache nicht akzeptieren und arbeitet unbeeindruckt weiter.“

Kein einsamer Kämpfer

Jebsen ist nicht der Einzige, der die Kommune auf diesen Formfehler hingewiesen hat. Der Sommerhausbesitzer Ole Ottosen aus Tondern (Tønder) führt schon seit Jahren einen Korrespondenzkrieg mit der Verwaltung.

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„Ole Ottosen ist ein Fachmann für Umweltbelange, und er weiß, wovon er spricht und welche Bestimmungen eingehalten werden müssen“, erläutert der Landwirt. „Alle seine Anmerkungen sind dokumentiert, doch weder die Politiker noch die Verwaltung werden hellhörig. Das ist bedenklich.“

Genau wie Ottosen bemängelt Jebsen die Lage des geplanten Gebietes. Von den etwa 20 Grundstücken können nur zwischen sechs und zehn eine Aussicht über die Förde bieten, der Rest wird in einer Niederung liegen, die regelmäßig überschwemmt wird. „So etwas macht keinen Sinn“, kommentiert Jebsen.

Bedenkliche Ausdehnungen

Aber nicht nur das umstrittene Sommerhausgebiet bei Scherriff macht dem Loiter Sorgen, auch die zunehmende Ausdehnung der Wohnungsbaugebiete um Loit und neuerdings am westlichen Stolligvej hält er für bedenklich. „Wir müssen an die Landschaft und unsere Natur denken, bevor wir diese kaputt zersiedelt haben“, hebt der Biobauer hervor.

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