Selbstmordschutz

Das Hindernis ist da

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Rothenkrug/Rødekro
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Das Wegedirektorat bei der Arbeit. Ein Zaun soll u.a. die Autofahrer schützen. Foto: Karin Riggelsen

Ein Zaun soll künftig Selbstmörder an der Rothenkruger Autobahn am Von-der-Brücke-Springen hindern.

„So, wie ich die Beamten verstehe, geht ein solcher Mensch nicht zur nächsten Brücke. Muss er weiter gehen, kommt er ins Grübeln. Und so lässt er es bleiben.“

Niels Højgaard Pedersen Straßenbauamt

Ein Zaun soll künftig Selbstmörder an der Rothenkruger Autobahn am Von-der-Brücke-Springen hindern.

An der Autobahnbrücke in Rothenkrug ist am Mittwoch auf beiden Seiten ein Zaun errichtet worden. Die Apenrader Polizei hatte sich ans Straßenbauamt gewandt: Diverse Male hatte diese lebensmüde Patienten der nahegelegenen Psychiatrie daran hindern müssen, sich von der Brücke zu stürzen. „Der Hintergrund ist ja der, dass man mehrere psychiatrische Ambulanzen in Apenrade zusammengelegt hat“, so Niels Højgaard Pedersen, Abteilungsleiter von Anlage und Betrieb im Straßenbauamt. „Nach dieser Zusammenlegung gab es viele Patienten, die die Ambulanz in Richtung Autobahn verließen.“ Doch dies nicht unbedingt in geheiltem Zustand.

„Normal würden wir eine Abschirmung anbringen, wie sie etwa an der Vejler Fördebrücke besteht“, so Højgaard Pedersen. „Doch so eine Plexiglas-Abschirmung war hier zu teuer. Wir haben uns für diese Lösung entschieden.“ Und diese Lösung, das ist ein drei Meter hoher, massiver Metallzaun mit Stacheln obendrauf. „Wir haben dieses Projekt prioritiert, und Gelder dafür aus dem Topf für Betrieb und Instandhaltung verwendet“, so Højgaard Pedersen. Doch verschiebt sich das Problem nicht nur? So, wie wenn man Junkies aus einem Stadtbezirk verscheucht und in den nächsten verdrängt? „Nein“, so Højgaard Pedersen. „Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei. Die Beamten haben durch etwa 20 Zwischenfälle dieser Art Erfahrung gesammelt. So wie ich sie verstehe, geht ein solcher Mensch nicht zur nächsten Brücke. Muss er weiter gehen, kommt er ins Grübeln. Und so lässt er es bleiben.“

Immer wieder hatten Autofahrer der lokalen Polizei gemeldet, dass sich Menschen mit Selbstmordabsicht auf der Rothenkruger Autobahnbrücke befanden. Es hatte sogar mal jemand jenseits des vorhandenen Gitters gestanden. Die Polizei stand in engem Kontakt mit der nahe gelegenen Psychiatrie am Kresten-Philipsens-Vej. Sämtliche verhinderten Selbstmörder hatten sich als Psychiatriepatienten erwiesen.

Die Autofahrer in der Gegend können jetzt aufatmen.

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